# taz.de -- Modi-Besuch in Israel: Indien und Israel vertiefen ihre strategische Partnerschaft
       
       > Modi und Netanjahu demonstrieren Einigkeit beim Zusammentreffen in
       > Israel. Es ist ein erneuter Balanceakt für Delhi, das gute Beziehungen zu
       > Tel Aviv hält.
       
 (IMG) Bild: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (r.) begrüßt seinen indischen Amtskollegen Narendra Modi
       
       Als Indiens Premierminister Narendra Modi seinen zweitägigen Staatsbesuch
       am Mittwoch in Tel Aviv antritt, wird er von seinem israelischen
       Amtskollegen Benjamin Netanjahu am Flughafen begrüßt. Eine Geste, die den
       Stellenwert unterstreicht: Modi ist nicht nur der erste indische
       Regierungschef, der vor der [1][Knesset sprechen wird], sondern war auch
       der Erste, der 2017 Israel besuchte.
       
       Die [2][Knesset-Medaille], die er am Mittwoch erhielt, bezeichnete er als
       Symbol der Freundschaft beider Länder. „Die Zukunft gehört denen, die
       innovativ sind“, sagte Netanjahu bei der gemeinsamen Pressekonferenz am
       Donnerstag. Beide Länder seien „stolze alte Zivilisationen“, entschlossen,
       „gemeinsam zu gestalten“. (Beide Staaten inszenierten ihre Partnerschaft
       als Bündnis zweier Traditionsstaaten.)
       
       Netanjahu und Modi verbindet nicht nur ihre dritte Amtszeit, sondern auch
       ein stark sicherheits- und national orientierter Politikstil. Unter dem
       hindunationalistischen Politiker Modi haben Israel und Indien, die 1992
       volle diplomatische Beziehungen aufgenommen haben, ihre Zusammenarbeit
       vertieft. Der bilaterale Handel stieg von rund 200 Millionen auf einen
       Höchststand von über 10 Milliarden US-Dollar im Zeitraum 2022 bis 2023,
       bevor er kriegsbedingt auf 3,6 Milliarden zurückging.
       
       ## Indisch-israelische Kooperationen
       
       Seit 2014 erzielt Indien einen Handelsüberschuss. Zu den wichtigsten
       indischen Exporten zählen Mineralölerzeugnisse und Diamanten. Vor allem in
       Verteidigung, Technologie, Landwirtschaft sowie Arbeitskräftemobilität
       wurde die Kooperation ausgebaut.
       
       Der Verteidigungsbereich gilt als Eckpfeiler. Indien gehört zu den größten
       Käufern israelischer Rüstungsgüter. Neben der politischen Lage wurden
       Wassermanagement, Landwirtschaft, Fachkräfte und ein mögliches
       Freihandelsabkommen erörtert. Zum Abschluss unterzeichneten beide Seiten
       [3][mehrere Abkommen], darunter eine Vereinbarung zur Erleichterung
       grenzüberschreitender Überweisungen.
       
       Symbolträchtig inszenierten sich die beiden Regierungschefs mit einem
       [4][gemeinsamen Foto] auf der Autorückbank, das schon fast zu Modis
       diplomatischem Repertoire gehört. Ein Ritual, das demonstrative Nähe
       signalisiert, wie bei früheren Treffen mit Staats- und Regierungschefs
       Wladimir Putin, Emmanuel Macron oder Friedrich Merz.
       
       ## Treffen mit Diaspora
       
       Modi traf zudem Vertreter der jüdisch-indischen und indischen Diaspora.
       Seit dem 7. Oktober ist die Zahl indischer Arbeitskräfte in Israel
       gestiegen, um fehlende palästinensische Arbeitskräfte im Bausektor zu
       ersetzen. Im Oktober 2024 lebten rund 32.000 indische Arbeiter:innen
       und etwa 900 Studierende im Land. Der Besuch erfolgt eine Woche nach einer
       UN-Initiative, bei der Indien sich gemeinsam mit Deutschland und [5][mehr
       als 100 Staaten kritisch zu Israels Vorgehen im Westjordanland äußerte.]
       
       Delhi zögerte zunächst, schloss sich aber der traditionellen Unterstützung
       für einen palästinensischen Staat an. Kritik an seinem Besuch kam
       vereinzelt aus der Zivilgesellschaft und von der [6][oppositionellen
       Kongresspartei]. In seiner Rede vor dem Parlament am Mittwoch verurteilte
       Modi die Angriffe der Hamas vom 7. Oktober 2023 und betonte: „Indien steht
       Israel in diesem Moment und darüber hinaus fest zur Seite.“ Zugleich
       äußerte er Besorgnis über zivile Opfer in Gaza und bekräftigte seine
       Unterstützung für eine Zweistaatenlösung.
       
       Trotz wachsender strategischer Nähe zu Israel und Beziehungen zu den USA
       hält Delhi weiterhin Kontakte zum Iran aufrecht. Auch stabile Beziehungen
       zu den Golfstaaten sind für Indien von Bedeutung. Beobachter sehen darin
       einen außenpolitischen Balanceakt: Indien möchte einerseits zeigen, dass es
       sich weiterhin für die Partnerschaft mit Israel einsetzt, während es
       versucht, seine Prioritäten im Nahen Osten zu wahren.
       
       26 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://x.com/narendramodi
 (DIR) [2] https://x.com/narendramodi
 (DIR) [3] https://www.mea.gov.in/bilateral-documents.htm?dtl/40827
 (DIR) [4] https://x.com/narendramodi/status/2026715470712438923
 (DIR) [5] https://www.thehindu.com/news/national/india-joins-100-countries-in-signing-statement-criticising-israels-west-bank-plans/article70652468.ece
 (DIR) [6] https://x.com/Pawankhera/status/2026919544074178761
       
       ## AUTOREN
       
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