# taz.de -- Loewe Verlag ohne KI: KI hat keine Fantasie
       
       > Der Loewe Verlag kennzeichnet seine Kinderbücher mit dem Hinweis, diese
       > seien ohne KI entstanden. Das ist richtig, aber keine generelle Absage an
       > KI.
       
 (IMG) Bild: Loewe hat der KI entsagt, wegen mangelender Fantasie
       
       Seit wenigen Tagen tragen die Buchcover vom Loewe Verlag zumindest in
       Onlineshops ein kleines Zeichen. Es ist ein dunkelblauer Kreis, in dem in
       großen weißen Lettern steht: OHNE KI. Weder bei der Betreuung durch den
       Verlag, noch beim Schreiben und Illustrieren. Schade, dass man darauf
       aufmerksam machen muss. Gut, dass Loewe, dessen Angebot sich vor allem an
       Kinder und Jugendliche richtet, es tut.
       
       Dass einige Bücher mithilfe von KI geschrieben werden, ist bekannt,
       [1][spätestens seit mehrere Autor*innen in manchen Veröffentlichungen
       versehentlich die Prompts, also die Befehle an die Maschinen, stehen
       ließen]. Vielleicht kann man KI-Müll besonders gut als menschgemachtes Buch
       tarnen, wenn kein Verlag zwischengeschaltet ist, sondern man selbst
       verlegt. Ansonsten muss man die Spuren besser verwischen.
       
       Dass [2][KI genutzt wird, um Kulturgüter zu erzeugen, ist zwar nicht immer
       verkehrt.] Die KI kann im Büro helfen, bei der Rechtschreibung, auf
       Wiederholungen aufmerksam machen, den Überblick über Gesetzmäßigkeiten der
       erfundenen Welt bewahren. Doch sie ist: repetitiv. Sie wiederholt, was
       Menschen vor ihr gemacht haben. KI findet nicht zu neuen Geschichten, zu
       neuen Ideen, zu neuen Sprachbildern. Die KI sollte also nicht bei
       [3][Geschichten für Kinder und Jugendliche] eingesetzt werden. Schließlich
       geht es bei Kinder- und Jugendbüchern nicht nur um Unterhaltung, sondern
       darum, grundlegende Werte zu vermitteln und zum eigenständigen Denken
       anzuregen. Kinder und Jugendliche leben von ihrer Fantasie. Sie haben
       Geschichten mit Fantasie verdient.
       
       Ab August gibt es in der EU eine gesetzliche Pflicht, KI-Inhalte zu
       kennzeichnen – in Bild, Ton, Text. Doch wer heute kein Problem damit hat,
       ein Buch mit KI zu schreiben und nur den eigenen Namen darüber zu
       schreiben, der wird auch morgen kein Problem damit haben. Der proaktive
       „Keine KI“-Weg des Loewe Verlags ist deswegen eine Möglichkeit, sich gegen
       die maschinelle Massenware abzusetzen.
       
       27 Feb 2026
       
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