# taz.de -- Hype um Künstliche Intelligenz: Was, wenn die Blase platzt?
> Investitionen in KI sind eine Wette mit offenem Ausgang. Trotzdem hätte
> ein Börsencrash noch ganz andere Folgen als die letzte US-Finanzkrise.
(IMG) Bild: Billionen US-Dollar an Aktienvermögen könnten verloren gehen, falls die KI-Blase platzt
Unglaubliche Geldmengen fließen in die Künstliche Intelligenz: Amazon will
in diesem Jahr 200 Milliarden US-Dollar investieren. Googles Mutterfirma
Alphabet plant mit 185 Milliarden US-Dollar, Meta mit 135 Milliarden und
Microsoft mit 130 Milliarden. Die bange Frage ist: Kann sich dieses
[1][Geld amortisieren und Gewinne abwerfen]? An den Börsen geht die Angst
vor einem Crash um.
KI-Investitionen sind eine Zukunftswette, wie sie selten vorkommt. Denn es
ist unklar, was diese Technik künftig leisten können wird. Das war bei
früheren Crashs anders. Ob Eisenbahnen oder Immobilien: Den Investoren war
klar, wie eine Lok funktioniert oder wie man Häuser errichtet. Sie bauten
nur zu viele Strecken oder Gebäude. Das Problem war die Quantität, nicht
die Qualität. Doch bei der KI ist gänzlich unbekannt, wohin sie sich
entwickelt.
## Wie gefährlich wäre ein KI-Crash?
Prognosen sind selbst für Experten schwierig. Eine schöne Anekdote hat
gerade der US-Neurowissenschaftler Gary Marcus gepostet: Vor zehn Jahren
forderte der berühmte KI-Forscher Geoffrey Hinton, keine Radiologen mehr
auszubilden. „Es ist völlig offensichtlich, dass in nur fünf Jahren die
Künstliche Intelligenz besser sein wird als jeder Radiologe.“ Es kam
anders, Radiologen sind gefragter denn je.
Zugleich ist aber nicht zu leugnen, dass sich KI-Anwendungen rasend schnell
entwickeln. Gerade ging ein kurzes Video viral, in dem Tom Cruise auf Brad
Pitt einschlägt. Die Szene sieht so echt aus, als hätten sich die beiden
Superstars tatsächlich geprügelt.
Allerdings reichen eindrucksvolle Gimmicks nicht aus, damit sich die
gigantischen Investitionen lohnen. Es bleibt die Frage: Wie gefährlich wäre
ein KI-Crash?
Zunächst einmal: Crash ist nicht gleich Crash. Besonders katastrophal sind
Immobilienkrisen wie in den USA ab 2007, als zu viele Häuser auf Pump
gebaut wurden, obwohl die Besitzer kaum Einkommen hatten und diese Kredite
nicht zurückzahlen konnten. Eine Immobilienkrise ist immer tückisch, da
Gebäude etwa 65 Prozent des privaten Vermögens ausmachen. Fallende Preise
betreffen jeden Hausbesitzer.
Aktien sind längst nicht so wichtig. Ein Börsencrash ist daher leichter zu
überstehen als eine Immobilienkrise. Aber was heißt das schon?
## Billionen US-Dollar könnten verloren gehen
Die Harvard-Ökonomin Gita Gopinath schätzt, dass in den USA etwa zwanzig
Billionen Dollar an Aktienvermögen verloren gehen könnten, falls [2][die
KI-Blase platzt]. Das klingt heftig – aber damit wären „nur“ die
Kursgewinne der vergangenen zwei Jahre ausgelöscht. Das ließe sich
verkraften. Zudem bedeutet ein sinkender Aktienkurs nicht automatisch, dass
die Firmen unmittelbar vor der Pleite stehen.
Viele KI-Firmen besitzen noch andere Geldquellen, aus denen sie ihre
Kredite zurückzahlen könnten, falls sich die KI-Investitionen langfristig
nicht rentieren sollten. Dazu zählen etwa Google oder Amazon, die mit ihren
Suchmaschinen und Verkaufsplattformen enorme Profite machen.
Allerdings gibt es auch klamme Firmen wie OpenAI, die nur ihre KI-Sparten
haben, um die Milliardeninvestitionen zu finanzieren. Ob das gelingt, weiß
niemand. Das Ende von OpenAI wäre dennoch kein Crash aller KI-Unternehmen.
Die Auswirkungen wären möglicherweise eher indirekt: Wenn die KI-Blase
platzt, gäbe es in den USA vorerst kein Wachstum mehr, da gigantische
Investitionen in gigantische Rechenzentren ausbleiben würden. Das muss
jedoch keine schlechte Nachricht sein. Ohne Wachstum wäre Trump garantiert
entzaubert – auch bei [3][seiner MAGA-Basis].
21 Feb 2026
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## AUTOREN
(DIR) Ulrike Herrmann
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