# taz.de -- US-Sanktionen und Billig-Öl: Erbarmungslose Konkurrenz
       
       > Russland und Iran unterbieten sich gegenseitig, um ihr Öl in China
       > loszuwerden. Es ist eine seltsame politische Partnerschaft.
       
 (IMG) Bild: Ölfirmen in Russland, hier in Tatarstan, haben schon ihre Förderung gedrosselt
       
       Russland, China und Iran geben sich als enge politische Partner. Einen
       „Dialog auf der Grundlage des Prinzips der gegenseitigen Achtung“ haben sie
       zuletzt bei einem Außenministertreffen vereinbart. In der Realität sieht
       der Dialog komisch aus: Momentan unterbieten sich russische und iranische
       Ölexporteure, um ihr Rohöl an chinesische Raffinerien liefern zu können.
       
       Iran verlädt derzeit dreimal so viel Rohöl wie gewöhnlich, „um vor einem
       möglichen US-Angriff noch so viel Geld wie möglich einzunehmen“, sagt die
       Ölanalystin Tsvetana Paraskova anhand von Daten der [1][Analyseplattform
       Kpler]. Zugleich hat Russland nach Berichten von Ölhändlern für seine
       Rohölsorte Urals die Abschläge gegenüber dem Referenzpreis für die
       Nordseesorte Brent deutlich ausgeweitet.
       
       Laut [2][Rohstoff-Analysten von Argus] wird russisches Rohöl derzeit in
       russischen Häfen für nur rund 42 Dollar pro Barrel verkauft, was etwa 28
       Dollar unter dem aktuellen Brentpreis liegt. Einzelne Lieferungen von
       russischem Rohöl, das seit Wochen in Tankern auf den Ozeanen dümpelt, seien
       auch für 25 Dollar pro Fass (je 159 Liter) in chinesischen Häfen verkauft
       worden. Das bringe den LieferantInnen noch 10 Dollar je Barrel nach Abzug
       der Transportkosten ein – und damit weniger als die Produktionskosten. In
       der Folge mussten russische Ölfirmen bereits Insolvenz anmelden.
       
       Indien hat wegen der von US-Präsident Donald Trump verhängten Sanktionen
       gegen die russischen Großkonzerne Rosneft und Lukoil Importe von russischem
       Rohöl deutlich reduziert. Russland hat deshalb bereits seine Förderung
       gedrosselt und alle Tankerkapazitäten mit überschüssigem Rohöl gefüllt.
       
       ## Kreml ist auf Öleinnahmen angewiesen
       
       Um weiter Öl nach China verkaufen zu können, habe Iran laut Paraskova
       seinen Rabatt auf die Ölsorte Iranian Light auf 11 Dollar pro Fass
       ausgeweitet. Auch der Kreml ist [3][dringend auf Öleinnahmen angewiesen].
       
       Die drastisch gefallenen Öl- und Gasexporterlöse würden zu Mindereinnahmen
       von 4,3 Billionen Rubel und einem Gesamt-Haushaltsdefizit von 8 Billionen
       Rubel (umgerechnet 88 Milliarden Euro) führen, schätzt Alexei Klimjuk von
       der privaten Moskauer Investmentbank Alfa-Capital. Finanzminister Anton
       Siluanow hat angekündigt, [4][den Haushalt anzupassen] – allerdings rechnen
       Moskauer Medien nicht mit Kürzungen im Verteidigungsbudget.
       
       27 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.kpler.com/
 (DIR) [2] https://www.argusmedia.com/en/commodities/oil-products
 (DIR) [3] /Russische-Oel-Einnahmen/!6142010
 (DIR) [4] /Haushaltsplanung-in-Russland/!6112981
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Mathias Brüggmann
       
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