# taz.de -- Trotz US-Sanktionsliste: Rote Hilfe darf Konto bei GLS-Bank behalten
       
       > Die antifaschistische Organisation und die Bochumer Gemeinschaftsbank
       > haben sich geeinigt. Die Rote Hilfe darf Konten des Bundesverbands
       > behalten.
       
 (IMG) Bild: Plakat der Rote Hilfe: Freiheit für alle politischen Gefangenen
       
       Die Gefangenenhilfsorganisation Rote Hilfe hat am Dienstag bekannt gegeben,
       dass sie sich mit der GLS-Bank geeinigt hat. Die zehn Konten des
       Bundesverbands werden demnach bei der GLS weitergeführt, sagte
       Bundesvorstand Hartmut Brückner der taz. Die GLS-Bank und die Sparkasse
       Göttingen hatten [1][im Dezember vergangenen Jahres] ohne Angaben von
       Gründen sämtliche Konten der Roten Hilfe gekündigt.
       
       Wenige Wochen zuvor hatten die USA die sogenannte Antifa Ost auf ihre
       Sanktionsliste gesetzt. Die Rote Hilfe leistet Prozesskostenhilfe für
       Mitglieder ostdeutscher Antifa-Gruppen und nahm an, dass sie deswegen ins
       Blickfeld geraten war. Im Fall der Sparkasse Göttingen bestätigte eine
       Anwältin vor Gericht einen Zusammenhang. Die Sparkasse Göttingen habe unter
       anderem befürchtet, aus dem Zahlungssystem Swift ausgeschlossen zu werden.
       Eine Klage der Roten Hilfe [2][gegen die Sparkasse] vor dem Landgericht
       Göttingen läuft noch.
       
       Sparkassen dürfen Konten nicht so einfach ablehnen oder kündigen, Bei
       Banken sieht es hingegen anders aus. Doch die Zivilgesellschaft
       unterstützte die Rote Hilfe und machte Druck gegen die GLS. [3][In einem
       offenen Brief forderten tausende Kund:innen und Organisationen], dass die
       Bank die Kündigung zurücknehmen solle.
       
       ## Kompromiss Kontenreduzierung
       
       Die GLS Genossenschaftsbank erklärte, Hintergrund der Kündigung seien
       „regulatorische Anforderungen“. Der Verdacht, dass die Kündigung der Konten
       bei der GLS-Bank mit der US-Sanktionsliste in Zusammenhang stehe, sei
       „nicht ausgeräumt“, sagte Brückner nun. Wahr sei aber auch, dass sich der
       Arbeitsaufwand für Banken bei Organisationen, die vom Verfassungsschutz
       beobachtet werden, in der Vergangenheit erhöht habe – wie es bei der Roten
       Hilfe seit Jahren der Fall ist.
       
       Deshalb habe die Rote Hilfe dazu beigesteuert, diesen „Prüfaufwand zu
       reduzieren“, wie Brückner es formuliert. Darunter falle etwa mehr Klarheit
       bei der Angabe von Verwendungszwecken. Außerdem sollen die fast 50 Konten
       der Ortsgruppen wegfallen. „Diese Zentralisierung wird natürlich eine
       Umstellung“, so Brückner.
       
       Die GLS-Bank hingegen dürfte nun auch auf ihrer Bilanzpressekonferenz am
       Donnerstag etwas weniger Arbeitsaufwand mit kritischen Nachfragen haben.
       
       Hinweis: In einer früheren Version stand, dass am Donnerstag die
       Hauptversammlung stattfindet. Richtig ist, dass die Bilanzpressekonferenz
       stattfindet. Wir haben den Fehler korrigiert.
       
       24 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Leila van Rinsum
       
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