# taz.de -- Vergleich von Bayer mit US-Krebsopfern: Keine Absolution für Glyphosat
> Trotz des Vergleichs bleiben Zweifel an der Sicherheit von Glyphosat.
> Lebensmittel lassen sich auch ohne den Pestizidbestseller erzeugen.
(IMG) Bild: Protest gegen den Einsatz von Glyphosat bei der „Wir-haben-es-satt“-Demo am 17. Januar in Berlin
Der geplante Sammelvergleich zu Glyphosat des Chemiekonzerns Bayer mit
Krebspatienten in den USA ist keine Absolution des Pestizids. Die Anwälte
der Kläger haben nicht etwa eingelenkt, weil ihnen die Belege dafür
ausgehen würden, dass der Unkrautvernichter Krebs auslöst. Vielmehr
befürchten sie, dass die Bewegung von US-Präsident Donald Trump Bayer zu
Hilfe kommt und die Rechte der Kläger aushöhlt.
Die konservative Mehrheit des Obersten US-Gerichtshofs hat gerade einen
Fall zur Entscheidung angenommen, der auf Betreiben Bayers den Klagen die
Rechtsgrundlage entziehen könnte. Dabei geht es nicht um die Frage, ob
Glyphosat Krebs erregt oder nicht. Sondern ob die Betroffenen sich auf das
Verbraucherrecht von Bundesstaaten berufen dürfen, obwohl die
US-Umweltschutzbehörde EPA den Stoff unter Trump als [1][unbedenklich]
eingestuft hat.
An dieser Entwarnung gibt es berechtigte Zweifel. Die Internationale
Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation hat Glyphosat 2015
als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Denn mit der Chemikalie
gefütterte Säugetiere hatten Tumore entwickelt. Die Agentur steht nicht so
stark unter dem Einfluss der Industrie wie manche Zulassungsbehörde. Erst
vergangenes Jahr veröffentlichte das italienische Ramazzini-Institut eine
[2][Studie], wonach Glyphosat bei Laborratten Krebs verursacht.
Deshalb ist es unverantwortlich, dass zum Beispiel Bayer das weltweit meist
genutzte Pestizid immer noch verkauft. Anders als der Konzern suggeriert,
ist Glyphosat nicht nötig, um Lebensmittel zu erzeugen. Das beweisen
unzählige Biolandwirte jeden Tag. Sie verhindern, dass sich Unkraut
überhaupt so stark auf ihren Feldern ausbreiten kann, indem sie besonders
viele Fruchtarten auf jedem Acker abwechseln. Vielfältige Fruchtfolgen
reduzieren den Unkrautbefall. Zwar fällt die Ernte ohne
chemisch-synthetische Pestizide mitunter kleiner aus, aber diese Defizite
lassen sich durch eine Reduktion des Fleischkonsums kompensieren.
Schließlich ernährt eine pflanzliche Kalorie mehr Menschen, wenn sie direkt
gegessen statt erst verfüttert wird.
18 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.epa.gov/sites/default/files/2019-04/documents/glyphosate-pid-signed.pdf
(DIR) [2] /Neue-Tierversuche/!6093991
## AUTOREN
(DIR) Jost Maurin
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