# taz.de -- Schwarzwald: An einem Ort namens „Aha“
> Wo „Na ja“ und „Tja“ nicht weit sind: Nach einer Wanderung im Schwarzwald
> gibt es Torte und kalte Kachelöfen.
An einem Ort namens „Aha“ teilen wir uns ein Stück Schwarzwälder
Kirschtorte. „Wenn man schon im Schwarzwald ist, kann man nicht gehen, ohne
sie zu probieren“, meint meine Freundin, obwohl sie Süßes nicht mag. Die
Gelegenheit passt: Wir müssen eine Stunde auf die S-Bahn warten, es dämmert
und es wird kälter. Außerdem finden wir es witzig, dass eine Ortschaft
„Aha“ heißt, und wollen uns allein aus diesem Grund dort ein bisschen
aufhalten. Vielleicht gibt es ganz in der Nähe auch „Na ja“ oder „Tja“,
spinnen wir herum.
Das einzige Café-Restaurant, das in Aha geöffnet hat, wirbt auf einem
Klappschild vor der Tür mit dem Versprechen: „Gemütlich essen beim
Kachelofen.“ Drinnen stehen tatsächlich zwei grün gekachelte Öfen in der
Mitte des weiten Gastraums, aber warm sind sie nicht. Wir sind die einzigen
Gäste, es sieht so aus, als würde der Laden gleich schließen. Wir
entscheiden uns trotzdem zu bleiben, bis unser Zug fährt. Also bestellen
wir die Torte, dazu ein Bier für mich und einen Tee für sie. Wir erinnern
uns an die Abenteuer, die wir am Nachmittag erlebt haben.
Bei unserer Wanderung im Wald hatten wir den Weg verloren und mussten uns
durch das Gestrüpp einen neuen bahnen. Wir stapften über eine verschneite
Wiese, sanken bei jedem Schritt bis zum Knie ein, krochen unter
möglicherweise elektrifizierten Drähten à la James Bond hindurch und fanden
schließlich einen sicheren Pfad, der uns zum Schluchsee führte. An seinem
Ufer entlang liefen wir bis an die Aha-Haltestelle.
Als die S-Bahn kommt, ist der Himmel dunkelblau, in der Ferne sieht man den
Rauch aus den Schornsteinen der kleinen Häuser aufsteigen, eine Note von
verbranntem Holz liegt in der Luft. Wir freuen uns darauf, in unsere Hütte
zwei Dörfer weiter zurückzukehren, die nassen Schuhe auszuziehen und uns am
Kamin aufzuwärmen.
23 Feb 2026
## AUTOREN
(DIR) Luciana Ferrando
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