# taz.de -- Extremwetter in Valencia: Menschengemachter Klimawandel schuld an Flutkatastrophe
       
       > Die Klimakrise hat die extremen Niederschläge in Valencia vor anderthalb
       > Jahren deutlich wahrscheinlicher gemacht. Das zeigt nun eine Studie.
       
 (IMG) Bild: Paiporta, Valencia, Spanien, 7. November 2024: Aufräumarbeiten nach der großen Flut
       
       Es war ein Tag, den in Spanien niemand vergessen wird. Am 29. Oktober 2024
       führten [1][extreme Regenfälle in der Region Valencia] zu schweren
       Überschwemmungen, bei denen 238 Menschen ihr Leben verloren. Jetzt hat ein
       internationales Forscherteam an der Universität Valladolid zusammen mit dem
       spanischen Wissenschaftsrat (CSIC) und dem staatlichen Wetterdienst in der
       Zeitschrift Nature Communications eine [2][Studie] veröffentlicht, die
       zeigt, inwieweit der Klimawandel schuld am Ausmaß der Katastrophe war.
       
       Der Beitrag zeigt, dass die Niederschlagsmenge innerhalb von sechs Stunden
       am 29. Oktober 2024 im Vergleich zur vorindustriellen Zeit um 21 Prozent
       gestiegen ist. Die Fläche mit Niederschlagsmengen von mehr als 180 Litern
       pro Quadratmeter hat sich um 55 Prozent vergrößert, und das
       Niederschlagsvolumen im Einzugsgebiet des Flusses Júcar stieg um 19
       Prozent. An den am stärksten betroffenen Orten fielen über 184 Liter Regen
       in nur einer Stunde und 771 Liter in 16 Stunden.
       
       Mithilfe hochauflösender Simulationen rekonstruierten die Wissenschaftler
       das Unwetter vom Oktober 2024 und verglichen es mit einem Szenario ohne
       globale Erwärmung. Die Ergebnisse zeigen, dass die Regenfälle ohne den
       Einfluss des Klimawandels bis zu einem Fünftel schwächer ausgefallen wären
       und ein deutlich kleineres Gebiet betroffen hätten.
       
       „All diese Zahlen wären anders ausgefallen, wenn der Mensch das Klima in
       den letzten 150 Jahren nicht erwärmt hätte“, erklärt Carlos Calvo-Sancho,
       einer der Hauptautoren der Studie, gegenüber der spanischen Presse. Und er
       warnt: „Wir wissen nicht, wann, aber es wird wieder passieren.“
       
       Nicht nur die Luft, auch das Meer hat sich durch den Klimawandel erwärmt.
       Im Falle des Mittelmeeres um 1,2 Grad. Das führt dazu, dass eine DANA, wie
       die Spanier isolierte Tiefdruckgebiete mit Starkregen nennen, mehr
       Feuchtigkeit mitbringt als früher üblich.
       
       „Die anomal hohen Temperatur der Meeresoberfläche im westlichen Mittelmeer,
       die weiter ansteigen und im Sommer 2024 Rekordwerte erreichten, haben das
       Ereignis wahrscheinlich durch thermodynamische Einflüsse verstärkt, indem
       sie den Feuchtigkeitsgehalt der Atmosphäre erhöhten“, heißt es in der
       Studie.
       
       Die Erwärmung führte zu einem Anstieg der Verdunstung um 10 Prozent. Der
       Sättigungsdampfdruck, also die maximale Feuchtigkeit, die Wolken aufnehmen
       können, steige pro Grad um 7 Prozent. Im Falle der DANA von Valencia habe
       die Regenfront 8 Prozent mehr Feuchtigkeit mitgeführt, als ohne die Erd-
       und Meereserwärmung. Die Aufwinde hätten um 11 Prozent zugenommen. Die
       zusätzliche Feuchtigkeit sei so etwas wie „zusätzlicher Brennstoff“ für die
       Gewitter. Sie verstärkte das Gewitter und führte zu stärkeren und länger
       anhaltenden Regenfällen. Die Studie spricht von „einer Kettenreaktion“, die
       das Gewitter so zerstörerisch gemacht habe.
       
       „Diese Katastrophe verdeutlicht die Anfälligkeit der Mittelmeerregionen für
       extreme Niederschlagsereignisse“, schlussfolgert die Studie. Es sei daher
       dringend notwendig, wirksame Anpassungsstrategien umzusetzen, etwa „die
       Überwachung und Vorhersage dieser Phänomene sowie die Überarbeitung
       bestehender Klimaschutzmaßnahmen“. Die Wissenschaftler fordern auch eine
       bessere Städteplanung, um die wachsenden Risiken extremer Wetterereignisse
       in einer sich rapide erwärmenden Welt zu reduzieren.
       
       18 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Starkregen-in-Spanien/!6046296
 (DIR) [2] https://www.nature.com/articles/s41467-026-68929-9
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Reiner Wandler
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Klimawandel
 (DIR) Spanien
 (DIR) Extremwetter
 (DIR) Starkregen
 (DIR) Niederschlag
 (DIR) Regen
 (DIR) Überschwemmung
 (DIR) Überflutung
 (DIR) Flut
 (DIR) Schwerpunkt Klimawandel
 (DIR) Schwerpunkt Klimawandel
 (DIR) Klima
 (DIR) Schwerpunkt Fridays For Future
 (DIR) Unwetter
 (DIR) Schwerpunkt Klimawandel
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Klimawandel und Extremwetter: Stürme in Südeuropa und Nordafrika
       
       Regenfälle haben diesen Winter Teile Spaniens, Portugals und Marokkos
       verwüstet. Eine neue Studie macht deutlich, was der Klimawandel damit zu
       tun hat.
       
 (DIR) Ökonom Reinhard Loske über Klimapolitik: „Wir werden diese Energiemengen aus den USA nicht brauchen“
       
       Fossile Energie für 750 Milliarden Dollar aus den USA zu importieren, hält
       der Ökonom Reinhard Loske für „Wahnsinn“.
       
 (DIR) Studie zu Folgen des Klimawandels: Tage mit hohem Waldbrandrisiko haben sich fast verdreifacht
       
       Das Wetter begünstigt Waldbrände fast weltweit stärker als noch vor wenigen
       Jahrzehnten. Immer häufiger brennt es in mehreren Regionen gleichzeitig.
       
 (DIR) Bundesweite Fridays-for-Future-Demos: Klima, Mieten, Gerechtigkeit
       
       Am Internationalen Tag der sozialen Gerechtigkeit ruft Fridays for Future
       zu Protesten auf. Sie verknüpfen soziale Forderungen mit klimapolitischen.
       
 (DIR) Schneestürme und Überschwemmungen: Klimawandel lässt Wetter in Spanien verrückt spielen
       
       Kälte, Schnee und Starkregen in Spanien rufen Klimawandelleugner auf den
       Plan. Dabei sind sie eine Folge der Klimakrise.
       
 (DIR) Unwetterkatastrophe in Spanien: Vorbote auf Schlimmeres
       
       Der Klimawandel ist die Ursache der Unwetterkatastrophe in Spanien. Aber
       Sparmaßnahmen und ein neoliberaler Geist haben sie verschlimmert.
       
 (DIR) Starkregen in Spanien: Zahl der Toten nach Sturzfluten steigt
       
       In Teilen Spaniens herrscht durch extremen Regen Chaos. Mehr als 100
       Menschen kamen ums Leben. In der Kritik steht vor allem die
       Regionalregierung.