# taz.de -- Trumps Öl-Embargo: Kubas Wirtschaft geht der Kraftstoff aus
> Die US-Sanktionen treffen Kubas Wirtschaft hart: Die Förderung des
> Exportprodukts Nickel muss pausieren, das berühmte Zigarren-Festival ist
> abgesagt.
(IMG) Bild: Ein beladener LKW in der Nähe des Nickelwerks Pedro Soto Alba, Moa, Kuba, Juni 2016
Nickel ist eines der wichtigsten kubanischen Exportprodukte neben Tabak,
Rum und Meeresfrüchten – aber die US-Sanktionen für den Inselstaat
behindern die Förderung und [1][verschärfen Kubas ohnehin schwere
Wirtschaftskrise] massiv.
Der kanadische Bergbaukonzern Sherritt International, der seit rund 30
Jahren in Kubas Bergbauregion Moa aktiv ist und dort die Metalle Nickel
sowie Kobalt fördert, fährt seine Tätigkeiten weitgehend zurück. Im Zuge
der nächsten Woche werde der Bergbau pausieren und die Verarbeitungsanlage
auf Stand-by gestellt, [2][hieß es bei dem Unternehmen]. Als Grund gibt es
die ausbleibenden Treibstofflieferungen an.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat die Öllieferung von
Venezuela nach Kuba nach ihrer Gefangennahme des venezolanischen
Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar einstellen lassen. Außerdem haben
die USA allen anderen Ländern verboten, Kuba Öl zu liefern.
Niemand weiß, wie viel sich in den kubanischen Tanks und Depots befindet,
welche Raffinerie noch arbeitet und wo sich doch noch etwas leichtes Rohöl
befindet. Klar ist, Benzin und Diesel lässt sich nur aus leichtem Rohöl
ohne große Probleme gewinnen. Dieses Öl kam zuletzt aus Mexiko. Der letzte
Tanker, der laut den Verträgen mit dem mexikanischen Erdölunternehmen Pemex
planmäßig am 4. Februar in Mexiko hätte ablegen sollen, [3][hat den Hafen
jedoch nach einer US-Intervention nicht verlassen].
## Auswärtiges Amt rät von Kuba-Reisen ab
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump droht mit Zöllen, Mexikos
Präsidentin Claudia Sheinbaum hat deutlich gesagt, dass diese für Mexikos
Wirtschaft gravierend wären. Sie setzt auf Diplomatie und verhandelt,
während in Kuba peu à peu die Lichter ausgehen.
Spezialisten wie der kubanische Energieexperte Jorge Piñón von der Fakultät
für Energie der Universität Texas haben prognostiziert, dass die
gravierende Phase der Energiekrise erst im März eintritt. Doch alle
Informationen von der Insel deuten darauf hin, dass bei Treibstoffen wie
Diesel, Benzin und Kerosin bereits annähernd Ebbe in den Tanks ist.
Wegen der Energiekrise ist auch das berühmte jährliche Zigarrenfestival
„Festival del Habano“ für Ende Februar abgesagt. Seine hohen Einnahmen
fließen traditionell in das kubanische Gesundheitssystem. Hinzu kommen
Gewinne für die Tourismus-Branche, die nun entfallen. Die ist ohnehin
betroffen. Das Auswärtige Amt etwa rät mittlerweile von nicht notwendigen
Reisen nach Kuba „aufgrund der erheblichen Auswirkungen des akuten
Treibstoffmangels derzeit“ ab.
Ohne Benzin oder Diesel werden zudem keine Lebensmittel in die großen
Städte wie Santiago de Cuba, Camagüey oder Havanna transportiert, es fahren
keine Krankenwagen Patienten in die Notaufnahmen. „Die sind ohnehin nur
noch partiell geöffnet“, so Juan Elias Navarro aus Santiago de Cuba. „Hier
sind viele Krankenhäuser geschlossen worden. Ein Drittel ist für Notfälle
geöffnet“, sagt der Mann, der im Zentrum von Santiago de Cuba lebt.
Gleich um die Ecke befindet sich ein Kinderkrankenhaus, weshalb Navarro und
seine Nachbarn Strom haben. Sie hängen de facto an der Leitung des
Kinderkrankenhauses, haben Glück. Der Rest der Stadt ist teils zwanzig
Stunden am Tag ohne Strom, denn auch der wird auf Kuba viel mit Öl
produziert.
Die Kraftwerke können trotzdem zumindest partiell Strom liefern, denn sie
verwenden schweres kubanisches Öl aus eigener Förderung. Das deckt in etwa
dreißig bis vierzig Prozent des nationalen Bedarfs – taugt aber nicht für
das Raffinieren von Diesel, Benzin und Kerosin.
Versuche der kubanischen Regierung, mit den letzten Devisenreserven Diesel
und Benzin einzukaufen, laufen. Potenzielle Lieferanten wie Trinidad &
Tobago, Mexiko und Russland beugen sich aber dem Druck aus Washington.
Der älteste Partner der kubanischen Regierung, Russland, hat zwar
Hilfsbereitschaft signalisiert, aber bisher allen Informationen zufolge
keine Tanker auf den weiten Weg in die Karibik geschickt. Unklar ist auch,
ob die US-Flotte Tanker überhaupt in die Häfen von Havanna, Mariel,
Matanzas oder Santiago de Cuba durchlassen würde.
19 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Notstand-in-Kuba/!6152403
(DIR) [2] https://sherritt.com/sherritt-provides-an-update-on-its-operations/
(DIR) [3] /Mexiko-stoppt-Oellieferung-nach-Kuba/!6149298
## AUTOREN
(DIR) Knut Henkel
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