# taz.de -- Obama über Trumps Affen-Video: „Keinerlei Scham“
       
       > Erstmals äußert sich Ex-Präsident Obama zu einem rassistischen
       > Trump-Video. Der ICE-Einsatz in Minneapolis erinnert ihn an „Diktaturen“.
       
 (IMG) Bild: Der ehemalige US-Präsident Barack Obama bei einer Wahlkampfveranstaltung für die Demokraten 2024
       
       afp | Der frühere US-Präsident Barack Obama hat sich erstmals über ein von
       Amtsinhaber Donald Trump veröffentlichtes Video geäußert, das ihn und seine
       Ehefrau Michelle als Affen verunglimpfte. Obama beklagte dabei am Samstag
       in einem Interview mit dem linksgerichteten Youtuber und Podcast-Host Brian
       Tyler Cohen fehlende „Scham“ und fehlenden „Anstand“ in der Politik. Die
       meisten US-Bürger würden ein solches Verhalten als „zutiefst verstörend“
       empfinden.
       
       „Es gibt so eine Art Clown-Show auf den sozialen Netzwerken und im
       Fernsehen“, sagte Obama, ohne Trump beim Namen zu nennen. „Es scheint
       keinerlei Scham mehr darüber bei Menschen zu geben, die einst dachten, dass
       es Anstand, einen Sinn für Anständigkeit und Respekt für das Amt geben
       sollte, richtig? Das ist verloren gegangen.“
       
       Der Demokrat sagte voraus, dass ein solches Verhalten Trumps Republikanern
       bei den Kongress-Zwischenwahlen im November schaden werde. „Letztlich wird
       die Antwort vom amerikanischen Volk kommen“, sagte der US-Präsident der
       Jahre 2009 bis 2017.
       
       Das fragliche Video war am 5. Februar auf Trumps Nutzerkonto bei seiner
       Onlineplattform Truth Social veröffentlicht worden. In dem Video ging es um
       vermeintliche Beweise für Manipulation bei der Präsidentschaftswahl 2020,
       die Trump gegen den Demokraten Joe Biden verloren hatte.
       
       ## Video sorgte für Aufschrei und Empörung
       
       Am Ende des Videos sind kurz die lachenden Köpfe von Michelle und Barack
       Obama auf Affenkörpern zu sehen. Der erste afroamerikanische Präsident der
       US-Geschichte und seine Ehefrau tanzten dabei vor einer Dschungelkulisse.
       Das Video sorgte für einen Aufschrei der Empörung, Trump wurde Rassismus
       vorgeworfen. Auch Parteifreunde des rechtspopulistischen Präsidenten
       kritisierten das Video scharf.
       
       Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sprach zunächst von „gespielter
       Empörung“, bevor das Weiße Haus das Video entfernte und erklärte, ein
       Mitarbeiter habe den Beitrag „irrtümlich veröffentlicht“. Trump beteuerte
       später, er habe „nur den ersten Teil angesehen und nicht das ganze Video“.
       
       Ex-Präsident Obama äußerte sich im Podcast von Brian Tyler Cohen erneut
       auch mit scharfen Worten zu [1][den Abschieberazzien der Trump-Regierung in
       der Großstadt Minneapolis]. Das Vorgehen von Einsatzkräften der
       US-Einwanderungsbehörde ICE und des Grenzschutzes erinnere ihn an
       „autoritäre Länder“ und „Diktaturen“. „Das schurkenhafte Verhalten von
       Agenten der Bundesregierung ist zutiefst besorgniserregend und gefährlich.“
       
       Mut mache ihm aber [2][der organisierte Widerstand von Bürgern] gegen die
       Abschiebe-Razzien, sagte Obama. Die Bürger würden „systematisch,
       organisiert“ sagen: „Das ist nicht das Amerika, an das wir glauben, und wir
       werden zurückkämpfen, wir werden dagegenhalten mit der Wahrheit und mit
       Kameras und mit friedlichen Protesten.“
       
       ## Scharfe Kritik an ICE-Einsatz
       
       Trump hatte Tausende Einsatzkräfte in die von den Demokraten regierte Stadt
       Minneapolis geschickt, um Migranten ohne gültige Papiere festzunehmen und
       abzuschieben. Das rabiate Vorgehen von ICE und dem US-Grenzschutz sorgte
       für massive Proteste – insbesondere, nachdem Einsatzkräfte im Januar die
       US-Bürger Renée Good und Alex Pretti erschossen hatten. Am Donnerstag sagte
       Trumps Grenzbeauftragter Tom Homan, der Einsatz in Minneapolis werde
       beendet.
       
       Allerdings bedeutet das keineswegs ein Ende der landesweiten
       Massenabschiebungen, an denen Trump weiter festhält. Der Streit um das
       Vorgehen von ICE hat inzwischen zu einer Haushaltssperre für das
       Heimatschutzministerium geführt, dem die Einwanderungsbehörde unterstellt
       ist. Die oppositionellen Demokraten fordern strengere Regeln für
       ICE-Einsatzkräfte.
       
       15 Feb 2026
       
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