# taz.de -- Sicherheitskonferenz zum Gazastreifen: „Wir brauchen einen Zeitplan“
> Auf der Münchner Sicherheitskonferenz geht es auch um den Krieg in Gaza –
> und die derzeit herrschende, sehr fragile Waffenruhe. Es scheint klar:
> Dem Frieden läuft die Zeit davon.
(IMG) Bild: Vom Krieg zerstört: Gaza-Stadt am 14. Februar 2026
taz | Wie auch im vergangenen Jahr ist der Konflikt im Gazastreifen wieder
ein Fokuspunkt der Münchner Sicherheitskonferenz. Dabei macht der Vergleich
zum vergangenen Jahr einmal deutlich, wie weit die Konfliktresolution dabei
fortgeschritten ist. [1][Und auch, was noch zu tun ist.]
Das Gute vorab: In Gaza wird nur noch auf kleinster Flamme Krieg geführt.
Offiziell gilt eine Waffenruhe, diese ist aber fragil und wird immer wieder
gebrochen. Dennoch ist der Unterschied zum Krieg vor ihrem Beginn im
vergangenen Oktober groß, sind die Luftangriffe deutlich weniger geworden.
Die schlechte Nachricht, die auch auf der Sicherheitskonferenz von
verschiedenen Seiten betont wird: Diese Ruhe ist äußerst fragil. Und
während in der Theorie klar ist, wie es weitergehen soll – Entwaffnung der
Hamas und Rückzug Israels aus Gaza – sind der Weg dorthin und die Frage,
wie viel Zeit den Verhandelnden dafür bleibt, weiter unklar.
Das betont auch die Außenministerin der Palästinensischen Autonomiebehörde,
Varsen Aghabekyan-Shaheen: „Wir brauchen einen Zeitplan“, sagt sie in
München.
## „Wir müssen uns sehr schnell bewegen“
Dem Diplomaten Nikolaj Mladenow, [2][der das von US-Präsident Donald Trump
initiierte Board of Peace leitet], ist das bewusst: Der Plan sei klar,
erklärte er. Gaza müsse von einer Übergangsautorität kontrolliert, alle
Fraktionen in Gaza – auch die Hamas – entwaffnet werden. Das seien die
Bedingungen für einen israelischen Rückzug. Derzeit sieht die Lage im
Gazastreifen so aus: Etwa die Hälfte steht unter der Kontrolle der
israelischen Armee, die andere unter der der Hamas. Fortschritt hin zu
einer Wiedervereinigung der beiden Gebiete soll es aber erst nach einer
Entwaffnung der Hamas geben. „Die Realität ist: Wir müssen uns sehr schnell
bewegen“, so Mladenow.
Es wird erwartet, dass beim Meeting des Board of Peace in der kommenden
Woche in Washington Pläne dazu vorgestellt werden.
Die Zeichen stehen derweil schlecht: Die Hamas weigert sich, die Waffen
abzugeben. Das hatte der wichtige Hamas-Kopf Khaled Mashal beim
Al-Jazeera-Forum in Doha jüngst erneut betont. Einem besetzten Volk seine
Waffen zu nehmen, mache dieses zu „einfachen Opfern“. Das habe man auch den
Vermittlern in Katar, der Türkei und Ägypten und damit auch den
US-Amerikanern klargemacht. Kompromissbereitschaft sieht anders aus.
Wenn Gaza zum Krieg zurückkehre, sagte Mladenow, brauche es auch keinen
Friedensrat mehr. Und diese Option gibt es: Israel soll etwa nach Bericht
der Times of Israel Pläne für eine Rückkehr zum Krieg im Gazastreifen
ausarbeiten. Der Waffenruhe hatte Israel nur unter Druck der
US-Administration überhaupt zugestimmt. Und jüngst hatte [3][Israels
Premier Benjamin Netanjahu] den US-Präsidenten und Friedensratsvorsitzenden
Donald Trump in den USA besucht und dabei auch über Gaza gesprochen.
## Die Teilung Gazas soll enden
Auch die Diplomatin Sigrid Kaag, die ebenfalls im Gaza-Friedensrat sitzt,
spricht auf der Sicherheitskonferenz. Sie betont: Man dürfe nicht gefangen
werden in einer Teilung Gazas. Und damit ist sie nicht die einzige.
Seitens Israel spricht – im Gegensatz zum vorangegangenen Jahr – bei dieser
Sicherheitskonferenz kein Politiker der aktuellen Regierung.
Viel hängt von den laufenden Verhandlungen ab, potenziell das Leben vieler
Menschen im Gazastreifen und auch in Israel. Dass die Palästinensische
Autonomiebehörde künftig eine Rolle spielen soll, erwähnt Mladenow dabei
überraschend deutlich – wenn auch unter Betonung der geforderten Reformen.
Aghabekyan-Shaheen erklärte wiederum: Man sei bereit. Und es sei wichtig,
nicht nur durch die humanitäre Linse auf die Palästinenserinnen und
Palästinenser zu blicken. „Es braucht eine politische Schiene.“
14 Feb 2026
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## AUTOREN
(DIR) Lisa Schneider
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