# taz.de -- Friedensrat in den USA: Eine milliardenschwere Trump-Show
       
       > Der vom US-Präsidenten gegründete Friedensrat trifft sich erstmals in
       > Washington. 17 Millionen US-Dollar sollen in den Wiederaufbau von Gaza
       > fließen.
       
 (IMG) Bild: Donald Trump ist mächtig stolz auf sich und seinen Friedenrat, der am 19.02.206 in Washington abgehalten wurde
       
       Das erste offizielle Treffen des von US-Präsident Donald Trump ins Leben
       gerufenen Friedensrats hat die riesigen Herausforderungen verdeutlicht, die
       beim Versuch, [1][den Gazastreifen wiederaufzubauen], überwunden werden
       müssen. Zu dem Treffen, das in der US-Hauptstadt Washington am Donnerstag
       abgehalten wurde, kamen Vertreter von fast 50 Nationen – viele davon in
       einer Beobachterrolle.
       
       Am Ende konnte Trump von ihnen finanzielle Zusagen in Höhe von fast sieben
       Milliarden Dollar verkünden. Auch erklärten sich fünf Nationen bereit,
       Soldaten für ein Stabilisierungskommando zur Verfügung zu stellen. Es sind
       Zusagen, die laut Nahost-Experten zumindest etwas Hoffnung machen.
       
       Der frühere US-Diplomat Aaron David Miller sagte der taz, dass die
       „Internationalisierung des Gaza-Problems“ ein wichtiger Schritt sei.
       Gleichzeitig bezweifelte er jedoch, [2][dass der Friedensrat in seiner
       jetzigen Form das erreichen könne, was Generationen verwehrt geblieben sei:
       Frieden zwischen Israel und Palästina].
       
       Das Treffen in Washington war vor allem eines: eine Inszenierung Trumps.
       Während einer mehr als 45-minütigen Rede überschüttete er die knapp zwei
       Dutzend Mitgliedsländer des Rates mit Lob. Er bezeichnete den Friedensrat
       als „das angesehenste Gremium, das je zusammengestellt wurde“. Auch
       kündigte er an, dass allein die USA Gelder in Höhe von zehn Milliarden
       Dollar bereitstellen würden.
       
       ## Blutiger und zerstörerischer Krieg
       
       „Jeder ausgegebene Dollar ist eine Investition in Stabilität und die
       Hoffnung auf eine neue und harmonische Region. (…) Der Friedensrat zeigt,
       wie eine bessere Zukunft genau hier in diesem Raum gestaltet werden kann“,
       sagte Trump.
       
       Die Gelder sind nach dem blutigen und zerstörerischen Krieg zwischen Israel
       und der Hamas auch dringend nötig. Laut eines am Mittwoch veröffentlichten
       Berichts der Weltbank, der Vereinten Nationen und der Europäischen Union
       werden die Wiederaufbaukosten rund 53 Milliarden Dollar betragen.
       
       Gegner, darunter demokratische Politiker, kritisierten, dass die Zusage von
       zehn Milliarden Dollar durch die US-Regierung nichts weiter sei als ein
       durch Steuergelder finanzierter Schmiergeldfonds für Trump. „Total
       illegal“, kommentierte der demokratische Senator Chris Murphy auf X. Ein
       Regierungsmitglied stellte später klar, dass die US-Zusage Teil eines
       zehnjährigen Wiederaufbauplans sei, „an dem wir gemeinsam mit dem Kongress
       arbeiten werden“.
       
       Der Friedensrat, der als Teil von Trumps 20-Punkte-Friedensplan für Gaza
       ins Leben gerufen worden war und sich auf den Konflikt im Nahen Osten
       konzentrierten sollte, hat sich in den vergangenen Monaten zu einem
       möglichen Rivalen der Vereinten Nationen entwickelt.
       
       ## Kritik an der UNO
       
       Trump, der sich in der Vergangenheit kritisch über die UN geäußert hat,
       erklärte am Donnerstag, dass der Friedensrat mit der UN und nicht gegen sie
       arbeiten wolle. Die Arbeit des Rates werde die Vereinten Nationen stärken.
       
       „Eines Tages werde ich nicht mehr da sein. Die Vereinten Nationen werden es
       sein. Ich denke, sie werden viel stärker sein. Der Friedensrat wird die
       Vereinten Nationen quasi überwachen und sicherstellen, dass sie
       ordnungsgemäß funktionieren“, so der US-Präsident.
       
       Viele von Amerikas traditionellen europäischen und asiatischen Verbündeten
       sind nicht Teil des Friedensrats. Deutschland sowie 20 weitere Länder
       nahmen am Treffen in einer Beobachterrolle teil.
       
       ## Strategische Rivalen
       
       Trump erklärte, dass es Diskussionen mit weiteren Nationen gebe. Selbst
       Amerikas strategische Rivalen Russland und China seien eingeladen, erklärte
       er.
       
       Auch wenn es noch viele Dinge zu klären gibt, bevor der Wiederaufbau in
       Gaza tatsächlich beginnen kann – unter anderem die Entwaffnung der Hamas –,
       war das Treffen in Washington ein Erfolg für die US-Regierung.
       
       Wie der Diplomat Aaron David Miller, der am Osloer Friedensprozess
       mitwirkte, es beschrieb, sei der Rat aktuell tatsächlich die Option für
       Frieden. „Denn sollte es der derzeitigen israelischen Regierung und
       Hamas-Führern überlassen bleiben, wird die Zukunft des Gazastreifens von
       Verzweiflung, Spaltung, Dysfunktion und Gewalt geprägt sein.“
       
       20 Feb 2026
       
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