# taz.de -- Blockade von Brücken-Eröffnung in Kanada: Wie Trumps Kanada-Zoff selbst Republikaner verschreckt
       
       > Das US-Repräsentantenhaus hat Strafzölle für Kanada abgelehnt, auch mit
       > Stimmen von Trumps Partei. Sogar bei ihnen wächst die Sorge um die
       > Wirtschaft.
       
 (IMG) Bild: US-Präsident Donald Trump droht, die neue Gordie Howe International Bridge nicht zu eröffnen
       
       Der Nachbarschaftsstreit zwischen den USA und Kanada geht in die nächste
       Runde. In dieser Woche drohte [1][US-Präsident Donald Trump] zunächst
       damit, die Eröffnung einer neuen Brücke, die die beiden Länder verbinden
       soll, zu verhindern. Nur wenige Tag später stimmten dann die Abgeordneten
       im US-Repräsentantenhaus gegen die [2][von Trump im vergangenen Jahr
       auferlegten Zölle auf kanadische Produkte].
       
       [3][In US-Medien war bereits die Rede davon], dass Trump darüber nachdenke,
       aus dem in seiner ersten Amtszeit verhandelten nordamerikanischen
       Freihandelsabkommen USMCA auszusteigen.
       
       Es ist die nächste Eskalation im Streit zwischen den USA und Kanada, bei
       dem es vor allem um die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen beider Länder
       geht. Trump machte im vergangenen Jahr auch immer wieder Anspielungen
       darauf, den Nachbarn im Norden als 51. US-Bundesstaat annektieren zu
       wollen.
       
       Der genaue Auslöser für Trumps jüngste Drohung an Kanada ist nicht bekannt,
       doch in einem Social-Media-Post beklagte der US-Präsident eine über Jahre
       anhaltende „unfaire Behandlung der USA“ und erwähnte die jüngsten
       Handelsgespräche zwischen Kanada und China. Die Volksrepublik ist Kanadas
       zweitwichtigster Handelspartner, nach den USA.
       
       ## Brücke als Wirtschaftsfaktor
       
       Besonders für die nordamerikanische Autoindustrie wäre die neue Brücke eine
       wichtige Verbindung. Eine Verzögerung könnte enorme wirtschaftliche Folgen
       haben. Ob Trumps Brücken-Post vom Montag Einfluss auf die Abstimmung am
       Mittwoch im US-Kongress hatte, ist nicht bekannt, am Ende stimmten jedoch
       sechs Republikaner zusammen mit allen Demokraten für eine Rücknahme aller
       Zölle gegen Kanada. Der US-Senat hatte im vergangenen Jahr bereits eine
       ähnliche Entscheidung getroffen.
       
       Beide Abstimmungen sind zwar vor allem symbolischer Natur, da davon
       ausgegangen wird, dass Trump eine entsprechende Verordnung mit einem Veto
       blockieren würde, dennoch haben sie gezeigt, dass die Zollpolitik des
       Präsidenten auch von Republikanern immer kritischer gesehen wird. Im
       Anschluss an die Abstimmung im US-Abgeordnetenhaus drohte Trump allen
       abtrünnigen Republikanern mit politischen Konsequenzen.
       
       Dass sich Trump dazu entschloss, eine Brücke, die er selbst während seiner
       ersten Amtszeit unterstützt hatte, als Druckmittel im Handelsstreit mit
       Kanada zu verwenden, hat vor allem im US-Bundesstaat Michigan für viel
       Widerstand gesorgt. Die neue Brücke, die das US-amerikanische Detroit mit
       dem kanadischen Windsor verbindet, wurde speziell errichtet, um eine
       moderne, öffentliche Alternative zur alternden und in Privatbesitz
       befindlichen Ambassador Bridge zu bieten. Das soll die Lieferketten der
       Autoindustrie sichern. Die Kosten für die neue Brücke belaufen sich auf 6,4
       Milliarden Kanadische Dollar oder 4,7 Milliarden US-Dollar.
       
       Der Detroit-Windsor-Korridor ist der verkehrsreichste Grenzübergang für den
       Güterverkehr in Nordamerika. Fast die Hälfte aller transportierten Güter
       sind Fahrzeuge und Fahrzeugteile. Die Produktion aller drei großen
       US-Autobauer erstreckt sich über beide Länder. Oft werden Bauteile dutzende
       Male hin und her transportiert, bevor sie in einem Fahrzeug landen. Eine
       mögliche Verzögerung der Inbetriebnahme der Brücke würde die
       Just-in-Time-Produktionsabläufe lahmlegen, auf die die Automobilhersteller
       angewiesen sind.
       
       Michigans demokratische Senatorin Elissa Slotkin warnte, dass dies „höhere
       Kosten für die Unternehmen in Michigan, weniger sichere Lieferketten und
       letztendlich weniger Arbeitsplätze“ bedeuten würde.
       
       Wie und ob Trump die Eröffnung der Brücke verhindern könnte, ist derweil
       nicht ganz klar. Er erklärte in seinem Post nur, dass mit den Verhandlungen
       sofort begonnen werde.
       
       13 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Schwerpunkt-USA-unter-Trump/!t5079612
 (DIR) [2] /Handelsstreit-mit-den-USA/!6066510
 (DIR) [3] https://www.nytimes.com/2025/12/04/business/economy/trump-north-american-trade-deal.html
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Hansjürgen Mai
       
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