# taz.de -- US-Einschätzung von CO2-Wirkung: Trump-Regierung kippt Grundlage der Klimapolitik
> Treibhausgase behandelt die US-Umweltbehörde jetzt nicht mehr als
> gesundheitsschädlichen Schadstoff. Das war aber Basis für zahlreiche
> Klima-Regeln.
(IMG) Bild: Parallelwelt ohne Klimakrise: Trump erklärt CO₂ für nicht schädlich. Zufrieden daneben der Chef der Umweltbehörde Lee Zeldin
epd/dpa/rtr | [1][US-Präsident Donald Trump] kippt die wesentliche
Grundlage zum Klimaschutz in den Vereinigten Staaten. Künftig stuft seine
Regierung Treibhausgasemissionen nicht mehr als gesundheitsschädliche
Schadstoffe ein. Auf der Einschätzung der Gesundheitsschädigung basieren
seit 2009 zahlreiche Klimavorschriften. Trump erklärte am Donnerstag
(Ortszeit) in Washington, US-Amerikaner hätten „Kraftstoff für die nächsten
500 bis 1.000 Jahre unter ihren Füßen“. Er spielte damit auf Öl-, Gas- und
Kohlevorkommen an.
Kohlendioxid und andere Treibhausgase verursachen nachweislich die
[2][Erderhitzung]. Diese bringt unter anderem Extremwetter und
Meeresspiegelanstieg mit sich und macht so Lebensräume, [3][Ernährung] und
Wasserversorgung weltweit unsicherer.
Die US-Umweltschutzbehörde EPA teilte mit, die behördliche Feststellung von
CO₂ als gesundheitsschädlich habe auf einer fehlerhaften Auslegung der
Bundesgesetze zur Luftreinhaltung beruht. Diese Gesetze seien dazu gedacht,
die US-Amerikaner*innen vor Schadstoffen zu schützen, die auf lokaler oder
regionaler Ebene Schäden auslösen könnten, nicht jedoch vor Schäden durch
die Erwärmung des globalen Klimas. „Diese fehlerhafte Rechtstheorie hat die
Behörde in mehrfacher Hinsicht über den Rahmen ihrer gesetzlichen
Befugnisse hinausgeführt“, hieß es in der Mitteilung.
## Rechtsstreit erwartet
Umweltverbände kündigten Klagen gegen Trumps Entscheidung an. Sein
Beschluss verstoße gegen das Gesetz, sagte Manish Bapna, der Präsident des
Natural Resources Defense Council. Klimaschützer*innen stützen sich
auf ein Urteil des Obersten US-Gerichts von 2007, demzufolge Treibhausgase
unter dem Luftreinhaltegesetz als Schadstoffe gelten und von der
Umweltbehörde EPA reguliert werden müssen.
Der Ausgang des erwarteten Rechtsstreits sei ungewiss, kommentierte der
Fachdienst Inside Climate News. Die fünf der neun obersten Richter*innen,
die 2007 für die Zuständigkeit der EPA gestimmt hatten, sind nicht mehr im
Amt. Die vier Gegner hingegen schon. Trump hat zudem drei Konservative in
das Gericht berufen.
Trump war 2024 mit dem ausdrücklichen Versprechen gewählt worden, er werde
Klima- und Umweltrichtlinien aufheben. Er nannte den menschengemachten
Klimawandel eine „Erfindung“. Im Januar 2025 traten die USA aus dem Pariser
Klimaabkommen aus. Wie die New York Times berichtete, reagierte die
Wirtschaft gemischt auf Trumps Ankündigung. Manche Verbände begrüßten
seinen Schritt, andere hätten sich nicht oder verhalten geäußert. Die
US-Handelskammer erkenne „die wissenschaftliche Realität des Klimawandels“
an.
EPA-Chef Lee Zeldin warf der Regierung von Barack Obama, die 2009 im Amt
war, am Donnerstag einen „ideologischen Kreuzzug“ vor. Trumps Beschluss sei
die größte Deregulierungsmaßnahme in der US-Geschichte. Sie geschehe zum
Wohl der Steuerzahler*innen und Verbraucher.
Kritik an dem Schritt der Trump-Regierung kommt auch aus dem Ausland. Die
Entscheidung, eine zentrale Grundlage zur Regulierung von Treibhausgasen
aufzuheben, sei ideologisch motiviert, sagte Bundesumweltminister Carsten
Schneider (SPD) im Deutschlandfunk. Was die US-Administration mache, sei
das Gegenteil zu dem Vorgehen in Europa, „weil es ideologisch getrieben ist
und vor allen Dingen es darum geht, Geschäfte zusätzlich zu machen über Öl-
und Gasverkauf.“
13 Feb 2026
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