# taz.de -- Demokraten verlangen ICE-Reformen: US-Heimatschutzministerium droht der Shutdown
> Können sich Demokraten und Republikaner trotz großer Differenzen doch
> noch auf eine Finanzierung einigen? Die Frist läuft in wenigen Tagen ab.
(IMG) Bild: Protest gegen US-Einwanderungsbehörde ICE beim Super Bowl
taz | Es bleiben nur noch wenige Tage, um einen weiteren
Regierungs-Shutdown in den USA abzuwenden. Betroffen wäre diesmal
allerdings nur ein einziges Ministerium, das spätestens seit den tödlichen
Schüssen auf [1][zwei US-Staatsbürger in Minneapolis] im vergangenen Monat
im Fokus der Öffentlichkeit steht: das Ministerium für Heimatschutz (DHS).
Vor allem das Vorgehen [2][der Einwanderungsbehörde ICE] ist den Demokraten
ein Dorn im Auge. Nachdem sich der US-Kongress letzte Woche auf ein
weiteres Haushaltspaket einigen konnte, das nach [3][einem viertägigen
Shutdown] einen Großteil der Regierung bis 30. September am Laufen hält,
steht jetzt also die Finanzierung von DHS auf der Agenda. Die Vereinbarung
in der vergangenen Woche gab DHS eine knapp zweiwöchige Frist, die am
Freitag auslaufen wird. Demokraten verlangen Reformen, Republikaner zeigen
sich verhandlungsbereit. Dennoch scheint eine Einigung vor dem Ablauf der
Frist unwahrscheinlich.
Die demokratische Führung im US-Kongress präsentierte in der vergangenen
Woche eine Liste an Forderungen, die dafür sorgen sollen, dass ICE-Beamte
ihre Taktiken in Zukunft ändern und bei Fehlverhalten zur Rechenschaft
gezogen werden können. Dazu gehören Maßnahmen wie das ständige Tragen von
Bodycams und Dienstausweisen, die Vereinheitlichung von Uniformen, um den
Eindruck einer paramilitärischen Polizeitruppe zu vermeiden, und ein Verbot
von Masken.
ICE-Beamte sollen auch davon abgehalten werden, Privatgrundstücke ohne
richterlichen Beschluss zu betreten. Razzien in der Nähe von Schulen oder
Kirchen sollen beendet werden und Durchsuchungen rein auf Basis von
Herkunft, Sprache, Akzent oder Beruf sollen verboten werden. Insgesamt zehn
solcher Forderungen präsentierten die Demokraten vergangene Woche. Sollten
die Republikaner diesen Reformvorschlägen nicht zustimmen, dann würde dies
die Finanzierung von DHS und allen dazugehörigen Behörden gefährden. Dies
wäre neben ICE auch die Grenzschutzbehörde CBP, die
Katastrophenschutzbehörde FEMA, die amerikanische Küstenwache und die
Flughafensicherheitsbehörde TSA.
## Republikaner sind nicht überzeugt
„Ich glaube, dass es kein großes Interesse daran gibt, diese außer
Kontrolle geratene Behörde – die amerikanische Bürger tötet und
Grundschulen mit Tränengas beschießt – weiterhin ohne Reformen zu
finanzieren. Es werden noch mehr Menschen sterben, wenn wir das
Heimatschutzministerium weiterhin finanzieren“, erklärte Senator Chris
Murphy am Montag. Die Republikaner sind offen für Veränderungen, doch sie
halten einige der Reformvorschläge für überzogen, da diese die
Einwanderungsbehörden in ihren Aufgaben einschränken würden.
„Der Vorschlag der Demokraten ist absurd, weil er uns daran hindern würde,
illegal eingereiste Kriminelle abzuschieben, die eine Gefahr für Amerika
darstellen“, sagte der republikanische Senator Lindsey Graham. Der
republikanische Fraktionsführer im Senat, John Thune, hält es auch deshalb
für nahezu unmöglich, dass sich der Kongress bis Freitag einigen könnte. In
den nächsten Tagen wird es im Kongress mehrere Anhörungen zum Thema DHS und
ICE geben.
Sollte die Finanzierung für das Heimatschutzministerium zum Wochenende
auslaufen, wäre dies nicht automatisch auch das Ende der ICE-Aktionen. ICE
und CBP erhielten im Rahmen des republikanischen Steuer- und Ausgabenpakets
eine milliardenschwere Finanzspritze im vergangenen Sommer.
„Ich denke, es wird ein paar Wochen dauern. Bis dahin werden wir einen
Übergangshaushalt verabschieden, der lediglich den Status quo beibehält,
weil die Demokraten nicht dafür verantwortlich gemacht werden wollen, dass
FEMA, TSA oder die Küstenwache geschädigt werden“, prophezeite der
republikanische Senator John Kennedy.
10 Feb 2026
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## AUTOREN
(DIR) Hansjürgen Mai
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