# taz.de -- Podcast über USA: Nicht un-, sondern uramerikanisch
       
       > US-Experten gibt es derzeit viele. Die wenigsten aber können das Aktuelle
       > so erkenntnisreich in die Geschichte einbetten wie Historiker Volker
       > Depkat.
       
 (IMG) Bild: Podcast „Amerika verstehen“ mit Volker Depkat in der Deutschlandfunk Mediathek
       
       Genug von Trump? Dann ist der [1][Podcast „Amerika verstehen“] genau das
       Richtige. Nicht etwa, weil es nicht um Donald Trump gehen würde. Der
       fahrige, frauenfeindliche Fuzzi, der über Leichen geht und trotzdem
       kostenlos im Weißen Haus die Sofas nutzen darf, spielt schon eine Rolle.
       Aber viel mehr geht es in diesem Podcast des Deutschlandfunks um die Frage,
       warum vielen Amerikaner*innen das System Trump gar nicht so komisch
       vorkommt wie vielen Europäer*innen. Es sei nämlich sehr amerikanisch.
       
       So jedenfalls lautet die These des Historikers Volker Depkat. Im Gespräch
       mit den Hosts Philipp May und Monika Dittrich erläutert er beispielsweise,
       warum es keine Anleihen beim europäischen Faschismus oder beim deutschen
       Nationalsozialismus braucht, um zu verstehen, was da gerade in den USA
       passiert.
       
       Zwar würden gewisse ästhetische Anleihen und Praxen zu diesen Vergleichen
       verleiten. Doch sei Trumps Zuspitzung der Politik auf eine autoritäre
       Führung in der US-amerikanischen Verfassung angelegt und amerikanische
       Rechtsradikale würden sich eher an den Uniformen und dem Auftreten der
       amerikanischen Polizei orientieren, die traditionell martialisch
       militärisch ist.
       
       Schon vergangenes Jahr hatte der DLF mit dem Podcast [2][„Der neue Westen“]
       gezeigt, wie dringend wir Europäer Nachhilfe in US-amerikanischer
       Geschichte brauchen. Depkat erläuterte damals beispielsweise, dass sich die
       USA schon im Gründungsakt als Gegenentwurf zu Europa begriffen.
       
       Trumps Absetzbewegung von Europa sei also nicht un-, sondern geradezu
       uramerikanisch. Eine Stärke des Podcasts ist, dass Depkat nicht nostalgisch
       angstbesetzt auf das Ende der transatlantischen Partnerschaft blickt,
       sondern nüchtern. Im Vergleich zu den derzeit wie Zuckerrohr aus dem Boden
       wachsenden USA-Experten ist er erfrischend anders, weil er die Tiefen der
       USA kennt und nicht nur ihre Oberflächen.
       
       17 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.deutschlandfunk.de/amerika-verstehen-mit-volker-depkat-100.html
 (DIR) [2] https://www.deutschlandradio.de/der-neue-westen-100.html
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Doris Akrap
       
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