# taz.de -- Parlamentsbericht zur Wohnmisere: Gegen Mietwucher und Wohnraumnot! Aber wie?
> Die EU muss mehr für besseres Wohnen tun, fordert das Europäische
> Parlament. Im neuen Sonderausschuss dazu kracht es aber schon.
(IMG) Bild: Mehr Wohnraum ist nötig. Doch über die nötigen Maßnahmen waren sich die Abgeordneten nicht einig
Das Europaparlament fordert mehr Einsatz gegen Wohnraumnot und Mietwucher.
Wohnen sei ein Menschenrecht, und die EU müsse mehr tun, um es zu sichern,
heißt es in einem neuen Parlamentsbericht zur europäischen Wohnmisere. Über
die nötigen Maßnahmen waren sich die Abgeordneten jedoch nicht einig. Ein
[1][auf Antrag der Sozialdemokraten eingesetzter Sonderausschuss] endete im
Parteienstreit.
Es gehe darum, „ausreichend Wohnraum gerade für untere und mittlere
Einkommensschichten zu schaffen oder verfügbar zu machen“, sagte die
SPD-Abgeordnete Gabi Bischoff. Die EU müsse mehr Geld für günstigen
Wohnraum locker machen. Außerdem müssten die EU-Regeln angepasst werden,
damit Städte wie Berlin [2][mehr gegen Plattformen wie Airbnb tun] können,
die den Wohnungsmarkt belasten.
Ganz andere Töne kommen von CDU/CSU. „Europas Wohnungsmarkt leidet vor
allem an zu wenig Angebot“, sagte der CSU-Abgeordnete Markus Ferber. „Wer
bezahlbares Wohnen will, [3][muss Bauen ermöglichen], statt Bauen zu
verkomplizieren.“ Gefragt sei daher „ein ambitioniertes
Vereinfachungspaket“. Darum solle sich die EU-Kommission kümmern, statt
sich in die Wohnungsbaupolitik einzumischen.
Die [4][Konservativen hätten wie so oft gemeinsame Sache mit den
Rechtspopulisten] gemacht, kritisiert Tilly Metz von den Luxemburger
Grünen. „Die konservative EVP-Fraktion will sicherstellen, dass
Unternehmen, die von der Wohnraumkrise profitiert haben, weiterhin ihre
Taschen füllen, und hat sich mit der extremen Rechten zusammengeschlossen,
um ihre Agenda voranzutreiben.“
## Wohnkosten plus 60 Prozent
Der Streit dürfte auch die Plenarabstimmung im März überschatten, bei der
das Parlament seine Position festklopfen will. Die EU-Kommission hatte im
Dezember [5][einen Plan zu „bezahlbarem Wohnen“ vorgelegt.] Seit 2013 seien
die Haus- und Wohnpreise um über 60 Prozent gestiegen, hieß es darin.
Zugleich gebe es aber keine verlässliche Datenbasis, um gegen Spekulation
vorzugehen.
„Ein Transparenzregister fehlt“, kritisiert Martin Schirdewan von der
Linken. Auch der Abschlussbericht des Parlaments greift seiner Meinung nach
zu kurz. „Statt Leerstand aus der Perspektive der Mieter:innen zu
betrachten, werden weiterhin Vermieter:innen geschützt.“
10 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.europarl.europa.eu/committees/de/hous/home/highlights
(DIR) [2] /Zweckentfremdung-von-Wohnraum/!6147214
(DIR) [3] /Fragen-und-Antworten-zur-Wohnkrise/!6095514
(DIR) [4] /Neue-Entwaldungsverordnung-der-EU/!6050291
(DIR) [5] https://research4committees.blog/2025/12/15/publication-mapping-the-housing-needs-in-the-eu-assessing-the-impacts-of-scarcity-and-providing-an-overview-of-relevant-eu-legislation/
## AUTOREN
(DIR) Eric Bonse
## TAGS
(DIR) Europaparlament
(DIR) Wohnen
(DIR) Mieten
(DIR) Bauen
(DIR) Europäisches Parlament
(DIR) Europäische Union
(DIR) Wohnraum
(DIR) Wohnraummangel
(DIR) Wohnungen
(DIR) Immobilien
(DIR) Immobilienkrise
(DIR) Wohnungsnot
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Jugendarbeitslosigkeit in der Türkei: Sie stehen auf der Straße
Ein Drittel der jungen Menschen in der Türkei findet keinen Job. Auch Ali,
Mert und Ates sind nicht da, wo sie gerne wären. Wie gehen sie damit um?
(DIR) Mieterschutz soll gestärkt werden: Und die Vermieterlobby ärgert sich
Justizministerin Hubig will den Mieterschutz stärken: Kurzzeitmieten und
möbliertes Wohnen sollen strenger geregelt werden. Das freut nicht alle.
(DIR) Wohnugsnot zu Semesterbeginn: Zwischenmiete oder Turnhalle
Studienanfänger haben es in Hamburg besonders schwer, ein Zimmer zu finden.
Studierendenwerk und Asta fordern Unterstützung von der Politik.