# taz.de -- EU-Parlament: Wohnraum ist Menschenrecht
> Das Europaparlament fordert, dass die Kommission Maßnahmen gegen die
> Krise am Wohnungsmarkt ergreift. Dazu hat es jetzt Vorschläge vorgelegt.
(IMG) Bild: Leben in Neapel: Viele EU-Bürger können sich das Leben in Städten aufgrund der Mietsteigerungen nicht mehr leisten
Das Europaparlament hat sich für [1][neue Maßnahmen gegen die Krise auf dem
Haus- und Wohnungsmarkt] ausgesprochen. In einem Initiativbericht fordern
die Abgeordneten eine wirksame Regulierung von Kurzzeitvermietungen, den
Abbau von Bürokratie und EU-Hilfen für die Renovierung und energetische
Sanierung von Wohnraum. Die EU-Kommission müsse mehr tun, hieß es bei der
Plenarsitzung in Straßburg.
Allerdings ist der Wohnungsbau keine EU-Kompetenz; die wichtigsten
Entscheidungen fallen auf kommunaler oder nationaler Ebene. Zudem setzt das
Parlament vor allem auf eine Verbesserung der Angebotsbedingungen, also auf
Erleichterungen für Häuslebauer und Investoren. Linke und Grüne
kritisierten, dass die Interessen der Mieter zu kurz kämen; die Resolution
sei eine verpasste Chance.
Einigkeit besteht immerhin darin, [2][dass die EU die Krise nicht mehr
aussitzen kann]. In den vergangenen 15 Jahren sind die Immobilienpreise in
der EU im Schnitt um 55,4 Prozent und die Mieten um 26,7 Prozent gestiegen.
Viele Normalverdienende können sich besonders in den Städten [3][keine
Wohnung mehr leisten].
„Mit diesem Bericht stellt das Europäische Parlament klar: Wohnraum ist
Menschenrecht“, sagte die SPD-Abgeordnete Gaby Bischoff. „Wer sagt, die EU
habe beim Thema Wohnen nichts zu melden, liegt falsch.“ Auf europäischer
Ebene könne man Kurzzeitvermietungen regulieren und Spekulation bekämpfen,
so Bischoff.
## Nötig sei ein EU-Transparenzregister für Immobilien
„Wir brauchen ein Wohnungsbau-Vereinfachungspaket auf europäischer Ebene“,
forderte der CSU-Parlamentarier Markus Ferber. Genehmigungen müssten
schneller beschleunigt werden.
Scharfe Kritik an der Haltung der Konservativen äußerte der EU-Abgeordnete
der Grünen, Rasmus Andresen. „Leider verhindern CDU/CSU bezahlbare Mieten“,
sagte er. Die Maßnahmen im nun beschlossenen Bericht verschlimmerten die
Wohnraumkrise, statt die Probleme zu lösen. Nötig sei ein
EU-Transparenzregister für Immobilien, um die Eigentümer und Nutznießer
identifizieren zu können.
Der Ball liegt nun wieder bei der EU-Kommission. Die Brüsseler Behörde hat
einen Plan für erschwingliches Wohnen vorgelegt und eine öffentliche
Konsultation gestartet, Entscheidungen aber immer wieder hinausgezögert.
10 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.europarl.europa.eu/news/en/press-room/20260306IPR37522/tax-incentives-renovation-and-less-red-tape-to-tackle-the-eu-s-housing-crisis
(DIR) [2] /Parlamentsbericht-zur-Wohnmisere/!6153450
(DIR) [3] /Mietenmelder-in-Bremen/!6159482
## AUTOREN
(DIR) Eric Bonse
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