# taz.de -- Klimakrise und Weideland: Reiche sind mitgemeint
       
       > Bis zum Jahr 2100 könnte die Hälfte der weltweiten Weideflächen
       > verschwinden. Nicht nur die Nahrungsversorgung der Ärmeren ist dadurch
       > gefährdet.
       
 (IMG) Bild: Nicht nur in Afrika verschwinden Graslandschaften für Weidetiere
       
       Zwei Drittel der Weideflächen Afrikas drohen wegen des Klimawandels zu
       verschwinden. Und wieder sind vor allem jene betroffen, die am wenigsten
       für die Erderwärmung können. Aber es wäre naiv zu glauben, dass schwindende
       Weideflächen nur die Menschen in Afrika träfen. Auch die europäische
       Mittelschicht sitzt mit in der Tinte: Eine Studie, an der das Potsdamer
       Instituts für Klimafolgenforschung beteiligt war, prognostiziert nun
       [1][den Verlust der Hälfte aller Weideflächen weltweit]. Da sollte nicht
       nur der Ziege das Gras im ersten Magen stecken bleiben.
       
       Die aktuelle Studie benennt das Problem sehr deutlich: Nicht nur in Afrika
       verschwinden Graslandschaften für Weidetiere, sondern eben weltweit die
       Hälfte aller Weideflächen. Dadurch werden nicht nur die Bauern ihrer
       finanziellen Lebensgrundlage beraubt, ebenso ist die Versorgung mit
       Nahrungsmitteln gefährdet. In Zahlen ausgedrückt sind – Stand jetzt – weit
       über hundert Millionen Menschen betroffen, deren Existenz auf der
       Viehhaltung fußt.
       
       Die Zahl der Weidetiere, deren [2][Weiden Wüste] werden, geht in die
       Milliarde. Nicht nur bahnt sich mit dieser Prognose eine Flucht von
       Menschen in andere Regionen und Länder enormen und ungeahnten Ausmaßes an.
       Gleichwohl steht die globale Ernährungssicherheit auf dem Spiel, wenn eine
       der wichtigsten Säulen der globalen Nahrungsmittelproduktion kollabiert.
       
       Auch wenn viele Menschen Katastrophenmeldungen wie diese nicht mehr hören
       und lesen können und ebenso Appelle an die eigene Lebensführung leid sind –
       es bleibt dabei: Klimakrise und Artensterben sind existenzielle
       Bedrohungen. Klar ist auch: Die [3][Betroffenen, das sind nicht länger nur
       die Menschen des globalen Südens].
       
       Die behütete Mittelschicht Mitteleuropas muss erkennen: Wird der Schalter
       nicht umgelegt, bleibt eine gesicherte Ernährung auf lange Sicht nicht
       selbstverständlich. Ökologische Krisen stellen gerade die Gewissheiten
       früherer Generationen infrage. Wenn schon vieles zusammenbricht, wie wäre
       es dann mit etwas Aufbruchstimmung und konsequenter Krisenprävention?
       
       10 Feb 2026
       
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 (DIR) [2] /Folgen-der-Klimakrise/!6111968
 (DIR) [3] /Die-Rollen-von-Europa-und-Afrika/!6036858
       
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