# taz.de -- USA verlassen Weltklimarat: Wenn Dummheit regiert
> Selbst nach Trumps Standards ist der Ausstieg aus dem Weltklimarat nicht
> sinnvoll: Die Mitgliedschaft sicherte viel Einfluss zu einem geringen
> Preis.
(IMG) Bild: Bitter für Trump: Der Weltklimarat wurde schon mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet
Erst der Venezuela-Angriff, dann Drohungen gegen Grönland, heute der
Ausstieg aus dem Weltklimarat IPCC und 65 weiteren internationalen
Organisationen. Die Clique von Donald Trump zeigt einmal mehr, dass derzeit
in Washington die bodenlose Dummheit regiert.
Natürlich kann man als Fan der fossilen Vergangenheit aus dem [1][Pariser
Klimaschutz-Abkommen aussteigen]. Natürlich war im Erdölzeitalter der
Naturschutz immer nur zweitrangig, weshalb ein Ausstieg der Trump'schen USA
aus der Weltnaturschutzunion IUNC nachvollziehbar ist. Und ja, auch der
Austritt aus der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien, Irena,
sieht Trump ähnlich. Aber warum [2][verlässt seine Administration auch noch
den Weltklimarat IPCC]?
Vordergründig geht es um „great again“, um unliebsame Klimaforschung und
Beiträge, die die USA an zwischenstaatliche Gremien zahlen. Zuletzt aber
flossen aus Washington lediglich niedrige Millionenbeträge an den IPCC.
Dafür hatten die USA Mitspracherecht in einem Gremium, das mit
wissenschaftlicher Methodik arbeitet, sich diese aber in einer
„Zusammenfassung an die Politik“ von ebendieser bestätigen lassen muss.
Ein für die Wissenschaft quälender Prozess: Gegen die Formulierung „das
Abbrennen des Amazonas heizt den Klimawandel weiter an“, legte die
brasilianische Regierung Berufung ein. Deshalb musste eine Formulierung
gefunden werden, die das Feuerdrama sanfter beschreibt. Erst wenn alle
Staaten mit den Formulierungen einverstanden sind, steht die
„Zusammenfassung“.
Ein paar Millionen für derart großen Einfluss? Die fossilen Lobbyisten
wären glücklich, so billig einen Hebel in die Hand zu bekommen. Aktuell
laufen die Arbeiten am 7. Sachstandsbericht des IPCC, spätestens 2029 soll
der erscheinen. Wissenschaftler aus mehr als 100 Ländern sind beteiligt,
die gute Nachricht: Die Trump-Administration ist nicht dabei. Bitter für
Donald: Der Weltklimarat wurde schon mit dem Friedensnobelpreis
ausgezeichnet. Seine Clique kann jetzt nicht mal mehr die klaren
Erkenntnisse der Wissenschaft torpedieren.
9 Jan 2026
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(DIR) Nick Reimer
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