# taz.de -- USA: Trump schreddert Klimaschutz, Demokraten wollen Untersuchung
> Demokratische Senatoren fordern, das Kippen von Klimabestimmungen durch
> die US-Regierung zu untersuchen – auch im Hinblick darauf, wer von ihr
> profitiert.
(IMG) Bild: Darf es noch etwas fossiler sein? Die Phillips 66-Raffinerie im kalifornischen Wilmington
Mehr als drei Dutzend demokratische Senatoren fordern eine Untersuchung,
nachdem die US-Regierung vergangene Woche [1][eine wichtige Grundlage für
viele Klimabestimmungen gekippt] hatte. Die Demokraten wollen untersuchen,
wie die Umweltschutzbehörde EPA ihre kontroverse Entscheidung getroffen
hat, erklärten die Senatoren in einem Schreiben. „Die einzigen Nutznießer
werden umweltverschmutzende Industrien sein, von denen viele zu den größten
Geldgebern von Präsident Trump gehören“, schreiben die Senatoren.
Die Demokraten bezeichneten die Entscheidung als „irrational“. Sie
befürchten, dass die EPA künftig Klimavorschriften abweisen werde, obwohl
diese nur geringe Kosten für die Industrie hätten, aber wesentlich zur
öffentlichen Gesundheit beitragen würden.
Die US-Regierung hatte in der vergangenen Woche bekanntgegeben, dass man
die sogenannte „Endangerment Finding“ widerrufen werde. Diese
Gefährdungsfeststellung aus dem Jahr 2009 besagt, dass Treibhausgase die
öffentliche Gesundheit und das Gemeinwohl gefährden und daher von der
Umweltbehörde kontrolliert werden sollten. Durch die Aufhebung dieser
Regelung am Donnerstag entzog die Regierung der EPA die rechtliche
Grundlage, um die klimaschädliche Umweltverschmutzung einzudämmen.
Die Aufhebung der Endangerment Finding würde dazu führen, dass „der
gesetzliche Auftrag der EPA zum Schutz der menschlichen Gesundheit nicht
mehr ordnungsgemäß ausgeführt werde“, heißt es in dem Schreiben der
Senatoren weiter.
Präsident Trump bezeichnete die Rücknahme dieser Regelung als die größte
Deregulierungsmaßnahme in der amerikanischen Geschichte. Laut dem Weißen
Haus sollen dadurch bürokratische Kosten in Höhe von 1,3 Billionen
US-Dollar entfallen.
EPA-Boss Lee Zeldin sagte auf der Münchener Sicherheitskonferenz am
Wochenende, dass die wissenschaftliche Grundlage der
Gefährdungsfeststellung fehlerhaft gewesen sei und sie deshalb nicht
rechtmäßig war.
„Die Gefährdungsfeststellung und die darauf basierenden Vorschriften
regelten nicht nur die Emissionen, sie regulierten und zielten auf den
amerikanischen Traum ab“, erklärte Zeldin bereits vergangene Woche.
Umweltorganisationen haben bereits [2][Klagen] angekündigt. Auch der
kalifornische Gouverneur Gavin Newsom droht mit einer Klage. „Diese
Entscheidung ist ein Verrat am amerikanischen Volk und zementiert den Ruf
der Republikaner als Partei der Umweltverschmutzende“, heißt es in einer
Erklärung des Demokraten.
Die Energie- und Umweltpolitikexpertin Kelly Sims Gallagher, die am Rande
der Münchener Sicherheitskonferenz mit der taz sprach, ist davon überzeugt,
dass die Gerichte die Regierungsentscheidung rückgängig machen werden.
„Ich glaube nicht, dass diese Aufhebung vor Gericht Bestand haben wird,
denn alle Beweise, alle wissenschaftlichen Erkenntnisse, sind eindeutig:
Der Klimawandel stellt eine reale Bedrohung für die menschliche Gesundheit
und das Eigentum der Vereinigten Staaten dar“, sagte Gallagher, die an der
Tufts University lehrt.
„Die ganze Make-America-Great-Again-Mentalität ist rückwärtsgewandt, und
diese rückwärtsgewandte Mentalität besagt, dass die Vereinigten Staaten
durch Öl und Gas stark geworden sind und dass wir auch weiterhin stark
bleiben werden. Und ich bin grundsätzlich der Meinung, dass dies ein Irrtum
ist und nicht im besten Interesse künftiger Generationen liegt“, sagte
Gallagher.
Sie prophezeit, dass die Trump-Regierung versuchen werde, den Rechtsstreit
so lange wie möglich zu verzögern. Dass eine mögliche nächste demokratische
US-Regierung die Entscheidung wieder Rückgang machen könnte, mindert
Gallagher zufolge nicht die Botschaft, die Washington aktuell sendet: Die
USA haben sich aus dem Kampf gegen den Klimawandel komplett zurückgezogen.
16 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] /US-Einschaetzung-von-CO2-Wirkung/!6153119
(DIR) [2] /Trumps-Verstaendnis-von-Klimapolitik/!6151022
## AUTOREN
(DIR) Hansjürgen Mai
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Klimaschutz
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
(DIR) Schwerpunkt Fridays For Future
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Klimakrise und Energiewende: Irland wird Emissionsziel verfehlen
Das Land setzt auf Windenergie – in der Zukunft. Das Potenzial ist riesig.
Doch bis dahin sieht es schlecht aus in Sachen Klimaschutz.
(DIR) Bundesweite Fridays-for-Future-Demos: Klima, Mieten, Gerechtigkeit
Am Internationalen Tag der sozialen Gerechtigkeit ruft Fridays for Future
zu Protesten auf. Sie verknüpfen soziale Forderungen mit klimapolitischen.
(DIR) Trumps Verständnis von Klimapolitik: Statt Millionen für die Wirtschaft dürfte es Klagen hageln
US-Präsident leugnet die Klimakrise und kippt Schutzgesetze. Das ist
Populismus und verachtet die Wissenschaft.
(DIR) US-Einschätzung von CO2-Wirkung: Trump-Regierung kippt Grundlage der Klimapolitik
Treibhausgase behandelt die US-Umweltbehörde jetzt nicht mehr als
gesundheitsschädlichen Schadstoff. Das war aber Basis für zahlreiche
Klima-Regeln.
(DIR) US-Klimapolitik nach einem Jahr Trump: Solar-Boom und „wunderschöne“ Kohle
Donald Trump will die Welt vom Klimaschutz abbringen. Selbst im eigenen
Land gelingt ihm das nur teilweise. Der Schaden ist dennoch enorm.