# taz.de -- Supreme Court kippt Zölle: Rückschlag für Trump mit unbekannten Folgen
> Wer denkt, dass die Justiz Trump endlich stoppt, sollte genau hinschauen.
> Der Präsident hat weiter viel Spielraum in seiner radikalen Zollpolitik.
(IMG) Bild: Donald Trump will weiter den Ton angeben. Hier bei einem edlen Dinner für die U.S.-Gouverneure im Weißen Haus am 21. Februar
Für US-Präsident Donald Trump war das Urteil des Supreme Court, der am
vorherigen Freitag die meisten seiner weltweiten Zölle als unrechtmäßig
zurückwies, eine politische Niederlage. Doch mehr als eine Verschnaufpause
mag es am Ende wohl doch nicht sein.
Am Dienstag treten [1][erstmalig Zölle] in Höhe von 15 Prozent auf viele
ausländische Importe in Kraft. Diese sind zwar auf 150 Tage begrenzt,
können aber durch den Kongress jederzeit verlängert werden.
Außerdem gibt das [2][Urteil des Obersten Gerichtshofs] der Trump-Regierung
Zeit, eine neue Zollstrategie in Zusammenarbeit mit
Republikaner:innen im Kongress zu entwickeln. Der Supreme Court hatte
in seinem Urteil klargemacht, dass nur der Kongress die Autorität besitze,
Steuern und Abgaben zu erheben. Diese Befugnis liege nicht allein in der
Hand des Präsidenten.
Jetzt ist also der Kongress am Zug. Und wenn das erste Jahr der zweiten
Amtszeit von Trump ein Indikator ist, dann werden die meisten
Republikaner:innen geschlossen hinter ihrem Präsidenten stehen.
Mehrere republikanische Kongressmitglieder haben bereits angekündigt: Sie
werden sich dafür starkmachen, die Trump’sche Zollpolitik durch Gesetze und
Verordnungen zu festigen. Die Entscheidung des Supreme Court wurde von
ihnen als „Verrat“ am amerikanischen Volk und als „riesiger Rückschritt“
kommentiert.
Doch auch ohne Hilfe des Kongresses hat die Regierung eine Reihe von
Optionen, um die [3][weltweiten Zölle] zumindest teilweise
aufrechtzuerhalten. So hat der Supreme Court beispielsweise keinen Einfluss
auf die bestehenden Zölle auf Stahl- und Aluminium-Importe, da die auf
anderen rechtlichen Grundlagen basieren.
Trump ist zudem weiter der unangefochtene Anführer der Republikaner, und da
im November bereits die nächsten Kongresswahlen anstehen, dürften sich nur
wenige den Plänen des Präsidenten verweigern.
Es könnte sogar dazu kommen, dass die Entscheidung des Obersten
Gerichtshofs die Chancen der Republikaner in den bevorstehenden Wahlen
stärkt. Denn sollte sich Trump entscheiden, seine Zölle gezielter
anzuwenden und andere auszusetzen, könnte dies der US-Wirtschaft helfen.
Die Kosten für US-amerikanische Familien könnten, dann wirklich, sinken.
Aktuell dreht sich schließlich alles um „Affordability“, also wie das Leben
wieder bezahlbarer wird.
Wer davon spricht, dass der Supreme Court mit seiner Entscheidung die
Demokratie in den USA gesichert habe und die Gewaltenteilung triumphiere,
der sollte vielleicht abwarten. Denn der Trend ist klar: Trump hat die
Macht des US-Präsidenten in nur einem Jahr deutlich ausgeweitet. Weder
Demokraten noch die US-amerikanische Justiz haben bislang wirklich ein
Mittel gefunden, [4][dieser Entwicklung] Einhalt zu gebieten.
22 Feb 2026
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(DIR) Hansjürgen Mai
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