# taz.de -- Eheschließungen auf Rekordtief: Das Fehlen der feministischen Männer
       
       > Wer den Trend zu weniger Hochzeiten stoppen will, muss sich die Männer
       > vorknöpfen. Mehr Respekt und Zugewandtheit heben die Chance auf das
       > Jawort.
       
 (IMG) Bild: Heiraten? Die meisten Frauen wollen einen feministischen Partner
       
       Die Deutschen sagen immer seltener Ja: Das zeigt eine Veröffentlichung des
       Statistischen Bundesamtes zum [1][Welttag der Ehe] am 8. Februar. Die Zahl
       der Eheschließungen ist mit 349.200 auf dem niedrigsten Stand seit 1950,
       dem Beginn der statistischen Erfassung. Mittlerweile ist weniger als die
       Hälfte der Erwachsenen verheiratet. Unverheiratet zu sein, ist also die
       neue Norm.
       
       Bundeskanzler Friedrich Merz könnte nun so etwas sagen wie: Ist das
       wirklich richtig? Ist das wirklich notwendig? Die Menschen, die nicht
       heiraten, warum heiraten die nicht einfach doch? Und der Wirtschaftsflügel
       der Union könnte fordern: kein Recht mehr auf Lifestyle-Ledigsein! Dass
       viele Arbeitnehmer:innen fürs Heiraten bezahlten Sonderurlaub
       bekommen, erzählen wir den arbeitsversessenen CDUlern besser nicht.
       
       Aus feministischer Sicht ist die zunehmende Hetero-Ehelosigkeit ein voller
       Erfolg. Schließlich ist die [2][Ehe eines der Fundamente des Patriarchats]
       und der männlichen Kontrolle über Frauen. Um das zu verschleiern, wird
       Heiraten bis heute romantisch verklärt, eine Hochzeit als schönster Tag des
       Lebens betitelt. Eine ganze Industrie macht gute Geschäfte damit.
       
       Klar kann eine Ehe auch etwas Feines sein, zum Beispiel, wenn man in
       gewissen Situationen kostenlos krankenversichert ist und nicht das Ersparte
       für den Mindestbeitrag herhalten muss, von anderen finanziellen Vorteilen
       mal ganz abgesehen. Und es gibt natürlich auch weitere Gründe, wie etwa
       Frühstück ans Bett gebracht zu bekommen. Wobei das ja auch ohne Ehe möglich
       ist.
       
       ## Nur jeder dritte Single-Mann will eine Beziehung auf Augenhöhe
       
       Studien zeigen zwar, dass sich rund drei von vier Frauen eine Partnerschaft
       wünschen, allerdings wollen die meisten auch einen feministischen Partner.
       Das Problem: Davon gibt es nicht viele. Das untermauern gruselige Zahlen:
       Laut einer Umfrage von YouGov bezeichnet sich nicht einmal jeder zwölfte
       Mann als Feminist. Eine andere [3][YouGov-Umfrage] zeigte, dass nur jeder
       dritte Single-Mann eine Partnerschaft auf Augenhöhe haben will.
       
       Zugleich verstehen viele Männer nicht, [4][was Frauen wollen], und
       vertrauen auf den Unsinn von männlichen Dating-Influencern. Dabei ist es
       gar nicht so schwer zu verstehen, was Frauen sich wünschen: einen Partner,
       der fair, respektvoll und zuverlässig ist – jemanden, der teilt, zuhört,
       versteht, unterstützt und gleichberechtigt handelt. Den würde frau
       vielleicht sogar heiraten.
       
       14 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/02/PD26_N010_126.html
 (DIR) [2] /Der-Staat-und-die-Ehe/!5936082
 (DIR) [3] https://yougov.com/de-de/artikel/51757-zum-weltfrauentag-halfte-der-manner-glaubt-frauen-seien-mannern-schon-gleichgestellt-frauen-sagen-haufiger-gleichstellung-ist-noch-nicht-erreicht
 (DIR) [4] https://www.youtube.com/watch?v=zZKAA5DRF4A
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Eva Fischer
       
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