# taz.de -- Friedensgespräche für die Ukraine: Erweiterte Kampfstrategie
       
       > Russland erreicht nicht wie gewünscht seine Kampfziele – und wählt seine
       > Angriffsziele gezielter aus. Zusätzlich zu den üblichen Bombardierungen.
       
 (IMG) Bild: Aufwärmen beim Food-Truck: Alltagsszene in Kyiv, UKraine am 26. Januar
       
       Zugegeben, der Mann hat Humor: Juri Uschakow, außenpolitischer Berater von
       Wladimir Putin, hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj
       vorgeschlagen, zu einem Treffen mit dem Kremlchef nach Moskau zu reisen.
       Sollte Selenskyj auf diese Offerte eingehen, könnte er es wohl bei dem
       Erwerb eines One-Way-Tickets bewenden lassen. Womit wir beim Thema
       Friedensgespräche wären. Diese sogenannten Verhandlungen, die seit Monaten
       stattfinden – zuletzt und auch demnächst wieder in Abu Dhabi – verdienen
       diesen Titel nicht. US-Außenminister Marco Rubio hat am Mittwoch dieser
       Woche scharfsinnig festgestellt, dass der Status des Donbass nach wie vor
       ein Problem sei und von einer Brücke gesprochen, die die Beteiligten noch
       nicht überquert hätten.
       
       Aus gutem Grund: Da Moskau unbeirrt an seiner Forderung festhält, den im
       Osten der Ukraine befindlichen ganzen Donbass eingemeinden zu wollen, würde
       dieser Schritt nur eins bedeuten. Millionen Ukrainer*innen ins Verderben
       zu stürzen und Russland einen Freifahrtschein für künftige Feldzüge
       auszustellen. Offensichtlich dämmert es Moskau, dass dieses Maximalziel –
       eine Anmaßung an sich – auf dem sogenannten Verhandlungsweg so einfach wohl
       nicht zu erreichen ist. Ergo wird die Kampfstrategie entsprechend erweitert
       – soviel Flexibilität muss ein.
       
       Offensichtlich reicht es nicht mehr, die Ukraine Nacht für Nacht mit
       Bomben- und Drohnenterror zu überziehen – mit dem Nebeneffekt, dass die
       M[1][enschen den Kältetod sterben]. Vielmehr werden die Angriffsziele
       sorgsamer ausgesucht – wie zuletzt ein [2][Passagierzug in Charkiw.]
       
       Und die [3][westlichen Verbündeten Kyjiws?] Sie reden und reden … Die
       Einlassungen von Bundeskanzler Friedrich Merz, ein EU-Beitritt der Ukraine
       2027 sei unmöglich, braucht niemand. Dass dem so ist, weiß übrigens auch
       Selenskyj ganz genau. Doch für ihn steht der EU-Beitritt synonym für
       Sicherheitsgarantien. Davon ist im Moment leider wenig zu hören, dabei sind
       sie für Kyjiw existenziell. Worauf warten wir? Auf noch mehr Tote und
       weiter sinkende Temperaturen? Es ist eine Schande!
       
       29 Jan 2026
       
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