# taz.de -- Nasry Asfura wird Präsident in Honduras: Konservative Rolle rückwärts
       
       > Der Trump-Fan Nasry Asfura regiert zukünftig Honduras.
       > Beobachter:innen fürchten, er könnte Menschenrechte und
       > Umweltstandards schleifen.
       
 (IMG) Bild: Mit Empfehlung des Weißen Hauses: Nasry Asfura war der Wunschkandidat Trumps. Hier bei der Stimmabgabe im Dezember
       
       Nun ist er da, der große Tag von Nasry Asfura: Im zweiten Anlauf wird der
       67-jährige Bauunternehmer mit palästinensischer Herkunft am Dienstag in den
       Präsidentenpalast von Honduras in Tegucigalpa einziehen. Kein Zufall, denn
       Asfura hatte direkte Unterstützung aus dem Weißen Haus. Donald Trump hatte
       offen an die Wähler:innen in Honduras appelliert, ihre Stimme dem
       konservativen Asfura zu geben und parallel dazu angekündigt
       [1][Ex-Präsident Juan Orlando Hernández (2014–2022) aus der US-Haft zu
       entlassen und zu begnadigen]. Seitdem geht die Angst in Honduras um, dass
       die Parteifreunde Asfura und Hernández künftig in veränderten Rollen die
       Geschicke des mittelamerikanischen Landes steuern könnten.
       
       Die Weichen dazu sind gestellt, denn mit Tomás Zambrano ist ein
       Parlamentspräsident gewählt, der unter Juan Orlando Hernández seine ersten
       politischen Sporen verdiente. Er hat die traditionelle Allianz zwischen
       nationaler und liberaler Partei reinstalliert, die mit 90 von 128 Sitzen
       das Parlament dominiert und Nasry Asfura fortan den Rücken stärken soll.
       Das sorgt vor allem in den sozialen Organisationen für Ernüchterung, denn
       Asfura gilt nicht nur als neoliberal und konservativ, sondern auch als
       korrupt.
       
       Die überaus schwache Justiz des Landes hat bereits wegen Geldwäsche,
       Veruntreuung und Machtmissbrauch gegen Asfura ermittelt. Sein Name taucht
       auch [2][in den Panama Papers] auf, die Steuerbetrug mittels
       Briefkastenfirmen aufdeckten. Doch die Justiz konnte dem Bauunternehmer mit
       reichlich politischer Erfahrung nie etwas nachweisen und so wird der
       ehemalige Bürgermeister von Tegucigalpa (2013–2021) heute zum Staatschef
       vereidigt.
       
       Demonstrationen sind bereits angekündigt, denn die Angst ist groß vor einem
       konservativen Rollback. Dafür gibt es bereits erste Indizien wie die
       Lancierung eines Gesetzes, dass Jobs auf Stundenbasis ermöglichen soll, um
       mehr Arbeitsplätze zu generieren. Doch die zentrale Frage ist, ob dafür
       Arbeitsstandards und -rechte gedrückt werden. Das ist genauso unklar wie
       die Frage, ob die neue Regierung wirklich den amtierenden
       Generalstaatsanwalt durch eine „genehmeren“ ersetzen will, wie Gerüchte in
       Tegucigalpa nahelegen.
       
       ## Korruptionsbekämpfung hat keine Priorität mehr
       
       Passen würde es zur neuen national-liberalen Allianz, die auf neoliberale
       Wirtschaftspolitik setzt und auf deren Agenda das wichtigste Projekt der
       Vorgängerregierung unter Xiomara Castro keine Rolle mehr spielt: die
       Korruptionsbekämpfung in Kooperation mit den Vereinten Nationen. Die
       „UN-Kommission gegen Korruption und Straflosigkeit“ (CICIH), die an
       fehlenden Mehrheiten im Kongress scheiterte, spielt auf der politischen
       Agenda Asfuras keine Rolle mehr.
       
       Der neue Präsident steht für die Nähe zu den USA, die er im Wahlkampf
       mehrfach besuchte. Klar ist, dass er der Abschiebung von Landsleuten aus
       den USA nicht im Wege stehen wird. Mehr Arbeit in Honduras und verbesserte
       Bildungsstrukturen soll es geben, was erst einmal positiv klingt. Doch klar
       ist auch, dass unter ihm umstrittene und hoch konflikthafte
       Wirtschaftssektoren wie der Bergbau gefördert werden, sagt etwa die Umwelt-
       und Menschenrechtsjuristin Rita Romero: „Wir gehen davon aus, dass die
       mickrigen Erfolge der Regierung von Xiomara Castro schnell Makulatur sein
       werden – darunter auch das Verbot von Bergbau in Schutzgebieten.“
       
       Mit Nasry Asfura hat das konservative Rollback, der derzeit in
       Lateinamerika mit Trump'scher Unterstützung stattfindet, nun auch sein
       Gesicht in Tegucigalpa.
       
       27 Jan 2026
       
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