# taz.de -- Vernachlässigte Krisen im Globalen Süden: Wo die Welt wegschaut
> Krisen wie Dürre in Namibia finden wenig Beachtung in Medien, kritisiert
> die Hilfsorganisation Care. 8 der 10 kaum beachteten Länder sind in
> Afrika.
(IMG) Bild: Bangui, Zentralafrika, 13. Januar 2021: Nachdem Rebellen die zentralafrikanischen Streitkräfte und die UN-Mission Minusca angegriffen haben, liegen Munitionshülsen auf der Straße
Krisen erschüttern die Welt – was manche Europäer:innen seit
Klimakrise, Putins Krieg in der Ukraine und der zweiten US-Präsidentschaft
Donald Trumps feststellen, ist für andere Länder und Regionen keine neue
Erkenntnis. „Vergessene Krisen“ ist der Titel eines [1][Reports der
internationalen Hilfsorganisation Care], die seit einer Dekade jährlich
auflistet, welche Krisen weltweit am wenigsten mediale Beachtung erfahren.
Am wenigsten wurde im vergangenen Jahr laut Report über die
[2][Zentralafrikanische Republik berichtet]. Dort wütet seit etwa 15 Jahren
ein Bürgerkrieg. Von den 5,5 Millionen Einwohner:innen sei laut Bericht
mit rund 2,4 Millionen fast die Hälfte der Menschen auf humanitäre Hilfe
angewiesen. Die Krisen im Bericht drehen sich aber nicht allein um Kriege.
Auf Platz zwei folgt Namibia, wo die Menschen [3][unter der schlimmsten
Dürre] seit 100 Jahren leiden. 1,3 Millionen Menschen leben ohne gesicherte
Ernährung.
„Je länger eine Krise andauert und je weniger sie von akuten militärischen
Eskalationen geprägt ist, desto schneller verschwindet sie aus der
öffentlichen Wahrnehmung – mit gravierenden Folgen für Aufmerksamkeit,
Finanzierung und Hilfe für die betroffenen Menschen“, teilte Care
Deutschland der taz mit. „Worüber nicht berichtet wird, wird nicht gesehen,
zieht keine Handlungen oder Entscheidungen nach sich.“
Care hat für ihre Studie Berichterstattung über humanitäre Krisen in knapp
350.000 Onlinemedien auf der ganzen Welt in fünf Sprachen ausgewertet.
1.532 Onlineartikel hatten demzufolge 2025 über die Krise in der
Zentralafrikanischen Republik berichtet.
## Afrika besonders vernachlässigt
Die Krisen in afrikanischen Ländern erfuhren besonders wenig
Aufmerksamkeit, so das Ergebnis des Care-Berichts. Von den zehn am
wenigsten von Medien belichteten Krisen seien acht auf dem afrikanischen
Kontinent gewesen. Die beiden nichtafrikanischen Staaten sind Honduras und
Nordkorea.
Die afrikanischen Länder machten in jedem der zehn Jahre den Großteil der
Liste des Care-Reports aus. Dabei war auch die Zentralafrikanische Republik
jedes Jahr unter den zehn Ländern, über die Medien weltweit am wenigsten
berichteten.
30 Jan 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.care.de/media/websitedateien/care-allgemeines/publikationen/care-krisenreport-2025-final.pdf
(DIR) [2] /Zentralafrikanische-Republik/!6135322
(DIR) [3] /Wahlen-in-Namibia/!6053420
## AUTOREN
(DIR) Tim Feldmann
## TAGS
(DIR) Entwicklungspolitik
(DIR) Medienkritik
(DIR) Krise
(DIR) Afrika
(DIR) Zentralafrikanische Republik
(DIR) Hilfsorganisation
(DIR) Namibia
(DIR) Zentralafrikanische Republik
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Nasry Asfura wird Präsident in Honduras: Konservative Rolle rückwärts
Der Trump-Fan Nasry Asfura regiert zukünftig Honduras.
Beobachter:innen fürchten, er könnte Menschenrechte und
Umweltstandards schleifen.
(DIR) Wahlen in Zentralafrikanischer Republik: Ein afrikanischer Wahlsieg nach russischer Art
Präsident Touadéra wird zu einer dritten Amtszeit wiedergewählt, mit seinem
bisher besten Ergebnis. Russische Wagner-Kämpfer haben ihn stark gemacht.
(DIR) Klimakatastrophen in Afrika: Dürre hier, Fluten dort
Das südliche Afrika leidet unter beispielloser Trockenheit, im östlichen
Afrika regnet es wie verrückt. UN-Hilfswerke schlagen Alarm.