# taz.de -- Stefan Liebich verlässt die Linkspartei: Bernie Sanders statt Heidi Reichinnek
       
       > Der frühere Bundestagsabgeordnete Stefan Liebich tritt aus der Linken
       > aus. Er will sich auf seine neue Heimat USA fokussieren.
       
 (IMG) Bild: 35 Jahre lang war Stefan Liebich Mitglied bei den Linken
       
       Stefan Liebich war 25 Jahre lang einer der Köpfe des realpolitischen
       Flügels der Linkspartei. Er war zehn Jahre lang in Berlin im
       Abgeordnetenhaus und 15 Jahre lang [1][Bundestagsabgeordneter]. Jetzt hat
       er nach 35 Jahren Mitgliedschaft seinen Austritt aus der Linkspartei
       erklärt.
       
       Es ist ein Abgang ohne Trommelwirbel – eher ein pragmatischer Schritt, wie
       man ihn von einem Realo erwarten kann. Liebich leitet seit knapp zwei
       Jahren das Nordamerikabüro der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) in New York
       und hat seit Mai 2025 eine Greencard, also eine dauerhafte
       Aufenthaltserlaubnis in den USA. Er will sich auf die USA konzentrieren.
       „Ich plane mit meiner US-amerikanischen Familie meine Zukunft hier“, so
       Liebich. [2][Die RLS ist die mit der Linkspartei verbundene Stiftung].
       
       Im Abschiedsbrief an die Linkspartei heißt es: „Ab Januar 2026 werde ich in
       meiner neuen Heimat versuchen, die Welt ein Stück besser zu machen und die
       Demokraten zu unterstützen. Bei unserem neuen Bürgermeister in New York
       City, [3][Zohran Mamdani], fällt das leicht, bei anderen Parteimitgliedern
       etwas schwerer. (Ihr kennt das).“ Er wolle „nicht auf zwei Partys tanzen“
       und trete aus der Partei aus, „in einer Zeit, in der es ihr gut geht.
       Deutschland braucht eine Partei des demokratischen Sozialismus.“
       
       Im Rückblick lobt Liebich die historische Anpassungsleistung der aus der
       DDR-Staatspartei SED hervorgegangen PDS, die sich 2005 mit der WASG zur
       Linkspartei vereinte. „Keine andere Partei musste den Bruch mit dem
       Stalinismus als System vollziehen und hat daher schmerzhaft gelernt, dass
       sie weder ein Monopol auf die Wahrheit hat, noch Avantgardepartei ist.“
       
       Zum Abschied hat er noch einen Rat an seine Ex-Partei. Sie solle „an
       Mitte-links-Mehrheiten arbeiten, damit es eine Alternative zu Schwarz-Blau
       gibt, wenn die Brandmauer fällt.“
       
       22 Jan 2026
       
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