# taz.de -- Rückzug aus eroberter Stadt in DR Kongo: Rebellen stellen Regierung auf die Probe
       
       > Kongos M23-Rebellen ziehen sich aus dem frisch eroberten Uvira zurück und
       > verlangen eine „neutrale“ Präsenz. Stattdessen kommen plündernde Milizen.
       
 (IMG) Bild: Sie sahen sich als Ordnungsmacht: M23-Kämpfer in Uvira am 17. Dezember 2025
       
       Fünf Wochen nachdem Rebellen im Osten der Demokratischen Republik Kongo die
       strategisch wichtige Großstadt Uvira eroberten, ziehen sie sich offenbar
       wieder zurück. Kongolesische Medien bestätigten am Wochenende eine
       entsprechende [1][Ankündigung der Rebellenkoalition AFC/M23] (Allianz des
       Kongo-Flusses/Bewegung des 23. März). Als Zeichen des guten Willens wolle
       man Uvira einer „neutralen Kraft“ übergeben, schrieben die Rebellen am
       Samstag und betonten, ab jetzt sei die „internationale Gemeinschaft“ für
       die Sicherheit in Uvira verantwortlich.
       
       Uvira war der wichtigste Stützpunkt der Regierung in der ostkongolesischen
       Provinz Südkivu gewesen, seit die Provinzhauptstadt Bukavu im Februar 2025
       an die von Ruanda unterstützten M23-Rebellen gefallen war. Um möglichen
       Angriffen zuvorzukommen, hatten die M23 [2][am 10. Dezember 2025 Uvira
       besetzt]. Sie übernahmen damit auch den zweitwichtigsten Handelshafen der
       DR Kongo und schnitten die Versorgungswege aus Burundi zu den in Südkivu
       kämpfenden burundischen Eingreiftruppen auf Regierungsseite ab.
       
       Nach massiver Kritik auch seitens der USA kündigte die M23 zehn Tage später
       [3][einen Abzug aus Uvira an]. Die Stadt blieb aber offenbar weiter unter
       Rebellenkontrolle. Nach M23-Darstellung hat am Samstag die letzte
       verbleibende „Überwachungseinheit“ aus 200 Kämpfern Uvira verlassen.
       
       Die Rebellen warnten vor einer Rückkehr irregulärer Milizen nach Uvira, das
       bis Dezember eine Hochburg der paramilitärischen Wazalendo (Patrioten)
       gewesen war, ein Sammelbegriff für lokale ethnische Milizen auf
       Regierungsseite. Genau dies scheint aber der Fall zu sein. Journalisten
       verbreiteten am Sonntag Videos, die den Einzug von Wazalendo-Milizen in
       Uvira zeigen sollen. Nach [4][lokalen Medienberichten] plündern diese
       Milizen, es wird auf den Straßen geschossen. Sonntagsgottesdienste wurden
       abgesagt, auch in der Kathedrale von Uvira. Von gezielten Angriffen auf
       Tutsi wurde berichtet.
       
       ## Steilvorlage für erneute Einnahme von Uvira
       
       Ein Sicherheitsvakuum in Uvira würde den Rebellen eine Steilvorlage bieten,
       die Stadt erneut einzunehmen und zu erklären, man müsse die Bewohner vor
       kriminellen Banden schützen. Die M23 [5][sprach bereits am
       Sonntagnachmittag] von „Terror gegen eine schutzlose Bevölkerung“, wogegen
       ein Einschreiten nötig sei. Die von der M23 geforderte neutrale
       internationale Präsenz steht in Südkivu seit dem Abzug der UN-Mission
       Monusco im Jahr 2024 kurzfristig nicht mehr zur Verfügung.
       
       Kongos Armee war bis zum Nachmittag nicht in Uvira zu sehen. Die Rebellen
       stünden weiter auf den Hügeln rings um die Stadt, [6][erklärte Südkivus
       Provinzgouverneur Jean-Jacques Purusi].
       
       Im Umland sind die Rebellen auf jeden Fall weiter präsent. Die
       Tutsi-Rebellenarmee Twirwaneho, die ebenso wie die M23 zur
       Rebellenkoalition AFC gehört, kontrolliert das von Tutsi besiedelte
       Hochland südwestlich der Stadt. In den vergangenen Tagen tobten dort
       schwere Kämpfe um den Verkehrsknotenpunkt „Point Zero“. Dessen Kontrolle
       würde den Rebellen den Weg nach Fizi öffnen, der südlichsten Stadt von
       Südkivu. Von dort aus stünde der Weg in die Provinz Tanganyika offen, die
       mineralienreiche Heimatprovinz von Kongos Expräsident Joseph Kabila, der
       die Rebellen unterstützt.
       
       18 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://x.com/Conspiracygl/status/2012580454587678732
 (DIR) [2] /Kongos-Rebellen-erobern-weitere-Stadt/!6136909
 (DIR) [3] /Krieg-im-Osten-der-DR-Kongo/!6140427
 (DIR) [4] https://actualite.cd/2026/01/18/uvira-pillages-et-climat-de-chaos-plusieurs-paroisses-contraintes-dannuler-les-messes
 (DIR) [5] https://x.com/RealManziWilly/status/2012791140869668962
 (DIR) [6] https://x.com/michombero/status/2012863943614570758
       
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 (DIR) Dominic Johnson
       
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       Milizen.