# taz.de -- Restriktionen vor der Präsidentenwahl: Internet in Uganda abgeschaltet
> Kein Internet, Einschränkung sozialer Medien und Zwangsstopp für mehrere
> NGOs: Vor der Parlaments- und Präsidentenwahl in Uganda spitzt sich die
> Lage zu.
(IMG) Bild: Plakate des ugandischen Präsidenten und Präsidentschaftskandidaten Museveni: seit 1986 an der Spitze des Landes
dpa | [1][Vor der Parlaments- und Präsidentenwahl an diesem Donnerstag]
sind in Uganda das Internet und der Zugang zu verschiedenen sozialen Medien
abgeschaltet worden. In dem ostafrikanischen Land sind seit Dienstagabend
auch Messengerdienste nicht mehr nutzbar. Die Maßnahme wurde mit einer
Empfehlung der Sicherheitsbehörden begründet. Es solle damit, die
Verbreitung von Falschinformationen rund um die Wahl sowie Wahlbetrug
verhindert werden, hieß es.
Wenige Tage zuvor mussten bereits mehrere
[2][Nichtregierungsorganisationen] ihre Tätigkeit wegen angeblicher
Verstöße gegen nationale Interessen einschränken. Unter ihnen sind eine
Journalistenorganisation, eine Organisation für Wahlmonitoring und
Menschenrechtsgruppen.
Bei der Wahl bewirbt sich Ugandas 81-jähriger Präsident Yoweri Museveni um
eine siebte Amtszeit. Er steht seit 1986 an der Spitze des Landes. Unter
den acht Kandidaten gilt der ehemalige Musiker Robert Kyagulanyi, besser
bekannt unter seinem Bühnennamen Bobi Wine aus aussichtsreichster
Konkurrent Musevenis. Er ist vor allem bei der Jugend beliebt. Im Wahlkampf
erlebte er allerdings zahlreiche Einschränkungen. Wiederholt verhinderten
Sicherheitskräfte Wahlveranstaltungen oder lösten sie unter Einsatz von
Tränengas auf, wie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International
kritisierte.
## Zweifel an freier und fairer Wahl
„Die Polizei und das Militär haben Menschen zusammengeschlagen, die auf der
Straße standen, um Oppositionskandidaten zuzuwinken“, sagte die ugandische
Menschenrechtsaktivistin Agather Atuhaire vor Journalisten in Nairobi.
„Diese Wahl ist weder fair noch frei. Menschen haben Angst, wählen zu
gehen.“
„Was sich hier abspielt, ist kein demokratischer Prozess, sondern eine
staatlich geförderte Repressionskampagne, die darauf abzielt, den Willen
des ugandischen Volkes zu untergraben“, hieß es am Mittwoch in einer
Stellungnahme ostafrikanischer Aktivisten in Nairobi über die Wahl im
Nachbarland, die mit Bürgerrechtsgruppen in Uganda zusammenarbeiten. Bei
der Wählerregistrierung sei es zu zahlreichen Unregelmäßigkeiten gekommen.
Kritisiert wurde auch die Einschüchterung von Journalisten und das Verbot,
über Proteste im Zusammenhang mit der Wahl zu berichten.
## Warnung vor drohender politischer Instabilität
Mucahid Durmaz, Afrika-Analyst bei der Risikobewertungsgesellschaft Verisk
Maplecriot, befürchtete ein erhöhtes Risiko politischer Instabilität im
Zusammenhang mit der Wahl. Mit absoluter Kontrolle über den Staatsapparat
und einem massiven Vorgehen gegen die politische Opposition sei Musevenis
Sieg so gut wie sicher, sagte er. Angesichts Musevenis hohen Alters, seinem
festen Zugriff auf die Macht und der ungeklärten Nachfolgefrage sei das
Land nicht auf einen möglichen Übergang auf eine Zeit nach Museveni
gerüstet.
Zugleich stehe die Wahl in Uganda für einen innerafrikanischen Trend, sagte
er mit Blick auf [3][Jugendproteste] wie schon zuvor in Kenia, Tansania und
Madagaskar: „Die wachsende Kluft zwischen einer zunehmend jungen
Gesellschaft und alternden politischen Führungskräften ist eine zentrale
Quelle politischer Risiken in ganz Afrika.
14 Jan 2026
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