# taz.de -- Reaktionen auf SPD-Steuerkonzept: Kritik von rechts, Lob von links
> Die Linke bezweifelt, ob die SPD ihre Umverteilungspläne wirklich
> durchzieht. Und Jens Spahn interessiert sich nicht für sein Geschwätz von
> gestern.
(IMG) Bild: Eine Hand beerbt die andere: zwei Generationen und drei Goldringe
Der Chef der CSU-Landesgruppe, Alexander Hoffmann, hält nicht viel von den
SPD-Ideen zur Erbschaftsteuer. Die führe zu „leistungsfeindlichen
Debatten“, die gefährlich für die Wirtschaft seien. Die CSU wirbt für eine
Regionalisierung der Erbschaftsteuer – ein Konzept, das kaum Aussicht auf
Umsetzung hat.
Auch Steffen Bilger, parlamentarischer Geschäftsführer der
CDU/CSU-Fraktion, bremst. Es gelte, die Wirtschaft zu stärken,
„Steuererhöhungen sind da nicht zuträglich“. Die Union spielt auf Zeit und
will erst mal auf das Urteil aus Karlsruhe zur Erbschaftsteuer warten.
Bilgers Äußerung lässt aber viel offen. Ein klares Nein ist es nicht.
Die Linkspartei hält das Konzept für einen Fortschritt. „Die jetzigen
Verschonungsregeln sind auch Ergebnis sozialdemokratischer Politik“, sagt
der finanzpolitische Sprecher der Linksfraktion, Christian Görke, zur taz.
Das neue SPD-Konzept komme den Vorschlägen der Linken nahe, die die SPD im
Bundestag bislang abgelehnt hat. „Wir fordern schon lange das Ende der
obszönen Ausnahmen für Firmen-Großerben.“
Görke bezweifelt aber, dass die SPD es ernst meint. Sie blinke vor den
Landtagswahlen ein bisschen links, werde diese Vorschläge in der Koalition
mit der Union aber nicht umsetzen können.
## Union will Wirtschaft nicht belasten
Julia Jirmann vom Netzwerk Steuergerechtigkeit lobt den SPD-Vorschlag: „Das
wäre eine nennenswerte Reform, weil sie endlich die großen Subventionen bei
den superreichen Milliardenerben angeht und kleinere Familienunternehmen
schützt.“ Mit einem Unternehmensfreibetrag von 5 Millionen Euro, wie die
SPD ihn anregt, könnten typische klein- und mittelständische Unternehmen
weiterhin steuerfrei übertragen werden. Eine solche Reform könne die
Wirtschaft beleben, glaubt Jirmann.
Ähnlich bewerten das SPD-Konzept die Grünen. Katharina Beck,
finanzpolitische Sprecherin der Fraktion, kritisiert aber, dass unklar ist,
„welche Steuersätze bei welcher Erbschaftshöhe“ gelten sollen. Deshalb sei
der Vorstoß bisher „nicht ganz überzeugend“, so die Finanzexpertin zur taz.
Die Grünen-Politikerin sagt, sie entdecke auch Aspekte in grüner
Handschrift: Die SPD will, dass es künftig einen Freibetrag für das ganze
Leben gibt, nicht pro Erbschaft. Es sei „schön, dass die SPD unserer Idee
des Lebensfreibetrags aufgreift“. [1][Den hatten die Grünen in diversen
Varianten berechnet.]
Ablehnend äußerte sich am Dienstagnachmittag Jens Spahn, Fraktionschef der
CDU/CSU. Die Debatte sei nach drei Jahren Rezession ein falsches Signal.
Die Erholung der Wirtschaft „sollte man nicht mit zusätzlicher
Verunsicherung belasten“. Außerdem müssten Familienbetriebe auch künftig
„ohne Substanzverlust in die nächste Generation weitergegeben werden“.
Diese Gefahr hält die SPD wegen der möglichen 20-Jahre-Stundungen für
gering.
Im September hatte Spahn die ungleiche Vermögensverteilung in Deutschland
noch als Problem bezeichnet. Vermögen sei oft „ohne großes Zutun“
gewachsen. Daran scheint der Fraktionschef der Union nun aber nichts ändern
zu wollen.
13 Jan 2026
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