# taz.de -- Protest gegen Ausbau der A 39: Polizei räumt Baumhäuser der „Flederhörnchen“
       
       > Der Aufenthalt in den Bäumen sei gefährlich, argumentiert die Behörde.
       > Die Aktivist*innen dagegen sehen die Räumung bei Schnee und Eis als
       > Gefahr.
       
 (IMG) Bild: Räumung bei Schnee und Eis: Polizeibeamte seilen eine Aktivistin von einer in den Bäumen errichteten Plattform ab, am 12. 1. 2026
       
       dpa/taz | Die Polizei will zwei Baumplattformen eines Protestcamps in einem
       Waldstück bei Lüneburg entfernen. [1][Seit Mitte Dezember demonstrieren
       dort einige Aktivist*innen, die sich Aktionsgruppe Flederhörnchen nennen,
       gegen den Ausbau der Autobahn 39].
       
       Am späten Montagnachmittag hieß es bei der Polizei, es seien „drei
       Versammlungsteilnehmende von den Plattformen auf den Boden begleitet“
       worden. An dem Einsatz beteiligt waren die Polizeiinspektion
       Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen, die Bereitschaftspolizei Lüneburg sowie
       die Technische-Einsatz-Einheit aus Hannover. Die Räumung habe „aufgrund der
       anhaltenden und zunehmenden Gefahrenlage und des unzulässigen
       Dauerzustands“ stattgefunden.
       
       Die „Flederhörnchen“ halten Ersteres für vorgeschoben. „Der jüngste
       Schneesturm hat gezeigt, dass die Besetzung sicher aufgebaut ist“,
       schrieben die Aktivist*innen der taz. Die Polizei sage, sie handele zur
       Abwehr von Gefahren, habe aber mit einer Räumung unter den aktuellen
       Wetterbedingungen selbst Gefahren geschaffen, kritisiert die Gruppe. Die
       Räumung berge zudem Gefahren für das Klima, denn sie solle ja den Ausbau
       einer Autobahn ermöglichen.
       
       [2][Die CO₂-Emissionen im deutschen Verkehrssektor sind im vergangenen Jahr
       wieder angestiegen], wie Berechnungen der Denkfabrik Agora Energiewende
       gerade gezeigt haben. Die Expert*innen führen das auf die steigende Zahl
       von Autos und ein höheres Verkehrsaufkommen zurück.
       
       ## 106 Kilometer neue Autobahn geplant
       
       Manche Pendler*innen sehnen das fehlende Teilstück der A 39 zwischen
       Lüneburg und Wolfsburg herbei, Naturschützer*innen und andere
       Kritiker*innen halten den Bau hingegen für überflüssig und wehren sich
       auch vor Gericht.
       
       Insgesamt ist das seit Jahren umstrittene Teilstück zwischen Lüneburg und
       Wolfsburg rund 106 Kilometer lang. Die Investition bezifferte die für die
       Umsetzung zuständige Autobahn GmbH Anfang des Jahres mit 1,5 bis 2
       Milliarden Euro.
       
       12 Jan 2026
       
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