# taz.de -- EU-Mercosur-Abkommen: Rat der EU-Länder stimmt Freihandelsabkommen zu
> Die Botschafter der 27 EU-Mitgliedstaaten geben grünes Licht für das
> Mercosur-Abkommen. Es könnte bereits am Montag in Paraguay unterzeichnet
> werden.
(IMG) Bild: Händchenhalten: Kommissionspräsidentin von der Leyen posierte schon 2024 mit südamerikanischen Staatschefs für das Abkommen
afp/epd | Nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen hat der Rat der EU-Länder
dem Abschluss eines Freihandelsabkommens mit den südamerikanischen
Mercosur-Staaten zugestimmt. Die EU-Botschafter der 27 Mitgliedstaaten
votierten am Freitag mehrheitlich für die Vereinbarung, durch die eine der
weltgrößten Freihandelszonen entstehen soll, wie aus EU-Diplomatenkreisen
verlautete. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen könnte das
Abkommen nun bereits am Montag in Paraguay unterzeichnen.
Im Kern sieht das Abkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten
Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay [1][den Wegfall der meisten
Zölle vor.] Die Kommission verspricht sich davon eine Steigerung der
EU-Exporte in die südamerikanischen Länder von bis zu 39 Prozent. Während
die Europäer unter anderem Autos und chemische Produkte über den Atlantik
exportieren, liefern die Mercosur-Länder [2][hauptsächlich
landwirtschaftliche Produkte] und Rohstoffe nach Europa.
Die EU-Länder stimmten nach Angaben aus Diplomatenkreisen auch den
Schutzmaßnahmen für die europäische Landwirtschaft zu, die auf Wunsch von
Mitgliedstaaten wie Frankreich und Italien von der EU-Kommission
vorgeschlagen worden waren. Damit soll etwa ein Preisverfall
landwirtschaftlicher Produkte innerhalb der EU infolge des Abkommens
verhindert werden.
Trotz zahlreicher Zugeständnisse durch die EU-Kommission sehen viele
europäische Landwirte das Abkommen nach wie vor sehr kritisch. In
Frankreich [3][protestierten am Freitag erneut Bauern] mit Traktoren gegen
die Einrichtung der Freihandelszone.
## Parlament muss noch zustimmen
Das Europäische Parlament muss dem Abkommen ohnehin noch zustimmen. Ob es
dafür eine Mehrheit gibt, gilt als ungewiss. Zudem wird im Parlament
erwogen, den Europäischen Gerichtshof um eine Stellungnahme zur rechtlichen
Vereinbarkeit des Abkommens zu bitten. Ein solcher Schritt könnte das
Verfahren um Monate oder sogar Jahre verzögern.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat das Freihandelsabkommen
unterdessen als „wichtiges Signal in dieser Zeit“ begrüßt. „Während sich
andere abschotten und eine immer aggressivere Handelspolitik verfolgen,
setzen wir auf neue Partnerschaften“, erklärte Klingbeil am Freitag in
Berlin. „Wir Europäer schaffen gemeinsam mit südamerikanischen Staaten die
größte Freihandelszone der Welt.“ Darin stecke ein enormes Potenzial.
9 Jan 2026
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