# taz.de -- Merz schmeißt seinen Büroleiter raus: Ein überfälliger Wechsel
       
       > Der Merz-Vertraute Schrot wird durch den Geschäftsführer der
       > CDU-Parteizentrale ausgetauscht. Der Schritt zeigt: Des Kanzlers Probleme
       > sind groß.
       
 (IMG) Bild: Jacob Schrot (CDU) musste seinen Platz als Büroleiter im Kanzleramt räumen
       
       Auf den ersten Blick sieht es wie eine nicht allzu bedeutende Personalie
       aus. Bundeskanzler Merz [1][tauscht seinen Büroleiter aus], ein politischer
       Beamter folgt also auf einen anderen. Aber man kann den Rausschmiss von
       Jacob Schrot, einem engen Vertrauten des Kanzlers, durchaus als Zeichen
       werten: Dass Merz verstanden hat, dass sich im Kanzleramt und in dem
       Zusammenspiel mit Fraktion und Partei etwas ändern muss, soll seine
       Kanzlerschaft nicht weiter belastet werden. Der Wechsel war überfällig.
       
       Der CDU-geführte Teil der Bundesregierung hat in den vergangenen Monaten
       handwerklich [2][erstaunlich schlecht regiert]. Das liegt unter anderem
       daran, dass zu vielen Leuten an Schlüsselpositionen die Regierungserfahrung
       fehlt. Es liegt aber auch daran, dass viele Stimmen gar nicht zum Kanzler
       durchgedrungen sind. Das hat das bei Merz ohnehin vorhandene Gefühl, dass
       er es sowieso am besten weiß und Beratung eher überschätzt wird, weiter
       verstärkt.
       
       Hier kommt der gerade mal 35-jährige Schrot ins Spiel, der an Merz’ Seite
       eine beeindruckende Karriere hingelegt hat. Wer Zweifel an seinem Einfluss
       hat, sollte sich Merz’ Antrittsbesuch im Oval Office vor Augen führen. Dort
       war es Schrot, der ganz vorne auf dem Sofa saß, nur eine Armlänge vom
       Kanzler entfernt. Erst dann folgte der außenpolitische Berater Günter
       Sautter.
       
       Schrot hat den Ruf, vieles selbst kontrollieren zu wollen und Merz
       weitgehend abgeschirmt zu haben. Dass Merz ihm außerdem den Aufbau des
       Nationalen Sicherheitsrat übertragen hat, dürfte seinen Job zudem
       überlastet haben. Mit dem Wechsel vom außenpolitisch versierten Schrot zu
       Philipp Birkenmaier wird die wirtschaftspolitische Expertise im Umfeld des
       Kanzlers gestärkt, auch gilt „der Neue“ als in der CDU gut vernetzt. Das
       alles kann helfen. Dass allerdings mit Birkenmaier im Jahr wichtiger
       Landtagswahlen der Bundesgeschäftsführer aus der CDU-Zentrale abgezogen
       wird, ist bedenklich – und zeigt, als wie drängend das Problem im
       Kanzleramt offensichtlich betrachtet wird.
       
       Ob es in der Bundesregierung künftig runder läuft, hängt natürlich nicht
       nur von Merz’ Büroleiter ab. Kanzleramtsminister Thorsten Frei und
       Fraktionschef Jens Spahn machen weiter, beide haben – wie der Kanzler
       selbst – ihren Anteil an den Problemen. Ob sich etwas ändert, liegt auch an
       ihnen. Wenn nicht, wäre Schrot doch nur ein Bauernopfer gewesen.
       
       6 Jan 2026
       
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