# taz.de -- Trotz Waffenruhe-Abkommen: Israel greift Hisbollah und Hamas in Libanon an
       
       > Die Hisbollah soll ihre bewaffneten Verbände aus der Nähe der Grenze zu
       > Israel abziehen. Kurz vor einem wichtigen Termin greift Israel dort an.
       
 (IMG) Bild: Zerstörung in der südlibanesischen Stadt Sidon
       
       ap | Die israelische Luftwaffe hat Gebiete im Süden und Osten Libanons
       angegriffen. In der Bekaa-Ebene sei ein Haus im Dorf Manara getroffen
       worden, das dem 2024 getöteten Hamas-Kommandeur Scharhabil al-Sajed gehört
       habe, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA am Montag.
       Außerdem wurden Dörfer nördlich des Flusses Litani nahe der Grenze zu
       Israel angegriffen.
       
       Zwei Stunden vor den Angriffen hatte der israelische Armeesprecher Avichay
       Adraee im Kurznachrichtendienst X gewarnt, Israel werde Ziele der
       [1][libanesischen Hisbollah-Miliz] und der militant-islamistischen Hamas in
       zwei Dörfern in der Bekaa-Ebene und in zwei weiteren Ortschaften im
       Südlibanon angreifen.
       
       Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden bei einem
       Drohnenangriff auf ein Auto in der Ortschaft Braike zwei Menschen verletzt.
       Das israelische Militär erklärte, der Angriff habe zwei
       Hisbollah-Mitglieder getroffen.
       
       ## Waffenruhe-Abkommen wird nicht eingehalten
       
       Die von [2][Iran] unterstützte Hisbollah hatte kurz nach dem Terrorüberfall
       der Hamas auf Südisrael im Oktober 2023 Israel ihrerseits von Norden
       beschossen. Israel reagierte mit Gegenschlägen. Die wechselseitigen
       Angriffe wuchsen sich im Spätsommer 2024 zu einem regelrechten Krieg aus,
       bei dem Israel große Teile der Hisbollah-Führung tötete und über die Grenze
       nach Norden vorstieß. [3][Ende 2024 beendete eine von den USA vermittelte
       Waffenruhe die Kämpfe]. Allerdings greift Israel nach wie vor
       Hisbollah-Ziele an und hält Teile Südlibanons besetzt, obwohl ein Abzug der
       Soldaten vereinbart wurde. Auch eine Entwaffnung der Hisbollah war Teil des
       Abkommens, wurde bisher aber nicht umgesetzt.
       
       Die libanesische Armee hat im vergangenen Jahr mit der Entwaffnung der
       palästinensischen Gruppen begonnen, während die Regierung erklärt hat, dass
       bis Ende 2025 alle Gebiete in der Nähe der Grenze zu Israel von der
       bewaffneten Präsenz der Hisbollah befreit sein werden. Die libanesische
       Regierung wollte die Entwaffnung der Hisbollah in der Gegend am Donnerstag
       auf einer Sitzung erörtern, an der auch Armeebefehlshaber Rudolph Haikal
       teilnehmen soll.
       
       6 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Annaeherung-Israel---Libanon/!6135032
 (DIR) [2] /Proteste-in-Iran/!6142676
 (DIR) [3] /Ein-Jahr-Waffenruhe-in-Libanon/!6133102
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Waffenruhe
 (DIR) Hisbollah
 (DIR) Libanon
 (DIR) Hamas
 (DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
 (DIR) Israel
 (DIR) Social-Auswahl
 (DIR) Weltgeschichte
 (DIR) Israel
 (DIR) Libanon
 (DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
 (DIR) Flüchtlingssommer
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Philosoph Hans Joas über Universalismus: Das Ideal in dunklen Zeiten hochhalten
       
       Der Sozialphilosoph Hans Joas liefert gute Gründe, trotz aller Kritik am
       Universalismus festzuhalten. Ein Hinweis auf ein lesenswertes Gespräch.
       
 (DIR) Diplomat über Israels Regierung: „Ohne eine glaubwürdige Lösung bleibt Israel isoliert“
       
       Der israelische Ex-Diplomat Jeremy Issacharoff kritisiert den
       strategielosen Gazakrieg. Und fordert eine realistische Lösung mit den
       Palästinensern.
       
 (DIR) Israel und Libanon: Eine Waffenruhe, die nicht hält
       
       Israel setzt Luftschläge im Libanon fort. Die UN spricht von schwerer
       Zerstörung, massiven Luftraumverletzungen und möglichen Kriegsverbrechen.
       
 (DIR) „Friedensplan“ für Gaza: Die Waffen schweigen nicht
       
       Aus Florida verkünden Donald Trump und Benjamin Netanjahu, nun die zweite
       Phase des Gaza-Abkommens umsetzen zu wollen. Wie sieht es vor Ort aus?
       
 (DIR) Rückkehr nach Damaskus: „Ich habe wieder gefühlt, dass ich wirklich lebe“
       
       Aghyad Alnwelati und Ahmad Awad sind nach Syrien zurückgekehrt. Der eine
       hat seine Erinnerungen an Deutschland sorgsam weggepackt, der andere
       pendelt nun zwischen zwei Leben.