# taz.de -- Angeklagt wegen Korruption: Netanjahu bittet Israels Präsidenten um Begnadigung
       
       > US-Präsident Donald Trump hatte zuvor eine Begnadigung des angeklagten
       > israelischen Ministerpräsidenten gefordert. Der stellt nun ein
       > Gnadengesuch.
       
 (IMG) Bild: Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu: Luxusgeschenke von befreundeten Milliardären?
       
       dpa | Der [1][wegen Korruption angeklagte israelische Ministerpräsident
       Benjamin Netanjahu] hat den Staatspräsidenten seines Landes offiziell um
       Begnadigung gebeten. Das Büro des Präsidenten Izchak Herzog teilte mit,
       dieser habe ein formelles Gnadengesuch von Netanjahu erhalten. Es handele
       sich dabei um einen Brief Netanjahus und einen Brief seines Anwalts.
       
       Das Gesuch werde nun an eine zuständige Abteilung des Justizministeriums
       weitergeleitet, die die Meinungen aller relevanten Behörden dazu einholen
       werde. Auf der Basis werde das juristische Beratungsteam im Büro des
       Präsidenten dann eine weitere Meinung formulieren.
       
       „Das Büro des Präsidenten ist sich bewusst, dass es sich um ein
       außergewöhnliches Gesuch mit weitreichenden Konsequenzen handelt“, hieß es
       weiter in der Mitteilung. „Nachdem alle relevanten Stellungnahmen
       eingegangen sind, wird der Präsident das Gesuch verantwortungsvoll und
       gewissenhaft prüfen.“
       
       ## Korruptionsprozess läuft seit Jahren
       
       [2][US-Präsident Donald Trump hatte Herzog dazu aufgefordert, Netanjahu zu
       begnadigen]. Er respektiere die Unabhängigkeit der israelischen Justiz,
       glaube aber, dass die Anklage gegen Netanjahu politisch motiviert und nicht
       gerechtfertigt sei, hieß es in einem von Trump unterschrieben Brief an
       Israels Präsidenten, den Herzogs Büro zuletzt veröffentlicht hatte.
       
       Gegen den Regierungschef läuft seit Jahren ein Korruptionsprozess. Unter
       anderem wird ihm vorgeworfen, von befreundeten Milliardären Luxusgeschenke
       im Wert von umgerechnet rund 174.000 Euro angenommen zu haben – Schmuck,
       Zigarren und rosa Champagner. Netanjahu hatte in der Vergangenheit stets
       alle Vorwürfe zurückgewiesen und von einer „Hexenjagd“ gesprochen.
       
       In Israel hatte es vor dem Hintergrund der [3][schweren politischen
       Verwerfungen im Land] immer wieder Debatten um eine Begnadigung Netanjahus
       gegeben. Herzog hatte in der Vergangenheit gesagt, kein Mensch stehe über
       dem Gesetz, er behalte sich aber vor, in der Frage nach seinem Gewissen zu
       handeln. Israels Opposition hatte den Vorstoß kritisiert.
       
       30 Nov 2025
       
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