# taz.de -- Mietenreport: Wohnen auch für Mittelschicht ein Armutsrisiko
       
       > Rund sechs Millionen Mieter:innen sind durch hohe Wohnkosten „extrem
       > überlastet“. Das belegt der neue Mietenreport des Deutschen Mieterbundes.
       
 (IMG) Bild: Für immer mehr Menschen wird Wohnen wird zum Armutsrisiko
       
       taz | Wenn Familien keine ausreichend große Wohnung finden, rücken sie
       näher zusammen. Das Wohnzimmer wird dann Aufenthaltsraum und Schlafzimmer
       zugleich. Oder drei Kinder müssen sich ein Zimmer teilen. In der Fachwelt
       spricht man in solchen Fällen [1][von Überbelegung].
       
       In Deutschland betrifft das immer mehr Menschen. 11,5 Prozent der
       Bevölkerung lebt in zu kleinen Wohnungen. Bei Menschen, die zur Miete
       wohnen, sind es sogar 19 Prozent, also fast jede fünfte Person. Bei
       einkommenschwachen Haushalten betrug die Überbelegungsquote 26 Prozent. Das
       geht aus dem [2][Mietenreport 2025 des Deutschen Mieterbundes] hervor, der
       am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Für den Report wurden amtliche
       Daten ausgewertet und eine repräsentative Telefonumfrage vom
       Forschungsinstitut Forsa durchgeführt.
       
       „Die Bundesregierung muss deutlich entschlossenere Schritte unternehmen, um
       für alle Menschen in Deutschland bezahlbaren Wohnraum zu sichern“,
       [3][sagte Mieterbund-Präsidentin Melanie Weber-Moritz]. Der Markt werde
       „die Krise von allein nicht lösen.“ Wohnen wird laut Report für immer mehr
       Menschen zum Armutsrisiko. Mehr als ein Drittel der Mieterhaushalte gibt
       mehr als 30 Prozent des verfügbaren Einkommens fürs Wohnen aus. 13 Prozent
       sogar mehr als 40 Prozent – sie gelten durch Wohnkosten als extrem
       überlastet.
       
       ## Angst vor Wohnungsverlust
       
       Bei armen Haushalten, also jenen, die weniger als 60 Prozent des
       Medianeinkommens zur Verfügung haben, war die Überlastungsquote 2024 mit
       37,5 Prozent dreimal so hoch wie in der Gesamtbevölkerung. Bei den
       nicht-armen Haushalten waren 7,3 Prozent betroffen – diese Quote hat sich
       seit 2020 von 3,3 auf 7,3 Prozent mehr als verdoppelt. „Die
       Versorgungslücken wachsen, die Unterschiede zwischen arm und reich und
       zwischen den Regionen nehmen zu“, sagte Weber-Moritz. Besonders alamierend
       sei, „dass Familien mit Kindern überdurchschnittlich betroffen sind.“
       
       In der Umfrage, für die bundesweit 1001 Mieter:innen befragt wurden,
       hatten 29 Prozent Sorge, sich ihre Wohnung künftig nicht mehr leisten zu
       können. 16 Prozent hatten konkret Angst, ihre Wohnung zu verlieren. Die
       Politik müsse diese Sorgen ernst nehmen, forderte der Deutsche Mieterbund.
       Es brauche eine scharfe Mietpreisbremse, eine [4][bessere Bekämpfung von
       Mietwucher,] eine strengere Regulierung von Kurzzeitvermietungen und einen
       besseren Kündigungsschutz. Die Zahl an Sozialwohnungen müsse bis 2030
       verdoppelt werden.
       
       6 Nov 2025
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Bevoelkerung-Arbeit-Soziales/Soziales-Lebensbedingungen/Ueberbelegung.html
 (DIR) [2] https://mieterbund.de/themen-und-positionen/studien/mietenreport-2025/
 (DIR) [3] /Mieterbund-Praesidentin-zur-Mietenpolitik/!6101338
 (DIR) [4] /Vermieter-muss-zahlen/!6118862
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jasmin Kalarickal
       
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