# taz.de -- Protest gegen Verdrängung: „Plunder“ für Miethaie
       
       > Am Ku’damm protestieren Aktivist*innen gegen Verdrängung und steigende
       > Mieten – mit Geschenken.
       
 (IMG) Bild: Aktivist*innen protestieren gegen Immobilienunternehmen am George-Grosz-Platz in Berlin
       
       Berlin taz | Es ist ein etwas absurdes Bild, welches man am
       Dienstagnachmittag auf dem George-Grosz-Platz am Kurfürstendamm beobachten
       kann. Umzingelt von Filialen teurer Luxusmodemarken wie Moncler, Gucci und
       Versace versammeln sich hier etwa 25 Aktivist*innen des Berliner Bündnis
       gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn, um unter dem Motto „Return to Sender“
       eine Kundgebung abzuhalten. Danach soll den am Kurfürstendamm – in der
       „Immo-Schlucht“ – ansässigen Immobilienunternehmen ein Besuch abgestattet
       werden.
       
       In dem Flyer zur Kundgebung heißt es, man wolle „den ganzen Plunder“, der
       sich in den letzten Jahren angesammelt hat, zurückbringen. Gemeint sind
       damit neben offiziellen Kündigungs- und Mieterhöhungsschreiben auch
       „vergilbte Plakate“ und „abgenudelte Demoschilder“, die – von einigen
       Aktivist*innen schön verpackt –, in angemalten Umzugskartons auf dem Platz
       gestapelt werden.
       
       In Redebeiträgen wird auf die weiterhin sehr angespannte Situation auf dem
       Berliner Wohnungsmarkt hingewiesen. Der Mietendeckel, der Ende Februar in
       Kraft getreten ist, sei nur ein „Tropfen auf den heißen Stein“ und komme
       „zehn Jahre zu spät“, sagte ein Redner. Neben dem Mietendeckel müsse auch
       auf eine Enteignung von mit Wohnraum spekulierenden Immobilienfirmen
       gedrängt werden.
       
       Am Ende der Aktion wird es noch mal absurd: Die Polizei möchte die
       Teilnehmer*innen der Kundgebung nicht mit ihren Kisten zu den Büros der
       Unternehmen gehen lassen. Also beginnen immer drei „Einzelpersonen“ mit
       ihren Kartons unter Polizeibegleitung die „Immo-Schlucht“ hochzulaufen.
       
       Am 28. März wollen mehrere tausend [1][Aktivist*innen zum internationalen
       „Housing-Action-Day“] auf die Straße gehen. Ob der Polizei diese
       „Manndeckung“ dann auch gelingen wird?
       
       11 Mar 2020
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Mietenwahnsinn-in-Berlin/!5665917&s=Gareth/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Roberto Sanchino Martinez
       
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