# taz.de -- Streit um Amri-Untersuchungsausschuss: „Die Akten mussten geordnet werden“
       
       > Burkard Dregger (CDU) weist Vorwürfe zurück, Akten verändert zu haben und
       > greift den Grünen-Abgeorndneten Lux scharf an.
       
 (IMG) Bild: „Die mit der Aktenverwaltung betrauten Mitarbeiter sind Profis“: Burkard Dregger, Vorsitzender des Amri-Ausschusses
       
       taz: Herr Dregger, die Senatsjustizverwaltung erhebt schwere Vorwürfe gegen
       den Amri-Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses, dessen Vorsitzender
       Sie sind. Originalakten sollen verändert worden sein, Abhörprotokolle seien
       in eine andere Reihenfolge gebracht worden, teilweise seien leere Ordner
       zurückgegeben worden. Stimmt das? 
       
       Burkard Dregger: Ich bin sehr überrascht, habe aber eine umfassende Prüfung
       veranlasst. Die Veröffentlichung dieser ungeprüften Vorwürfe durch den
       Sprecher des grünen Justizsenators Dirk Behrendt beschädigt die Integrität
       des Untersuchungsausschusses und die Bereitschaft der Behörden anderer
       Bundesländer, uns notwendige Akten zuzuliefern. Das war verantwortungslos.
       
       Können Sie sich erklären, wie es dazu kommen konnte? 
       
       Nein. Unser Untersuchungsausschuss hat Akten von Behörden des Bundes und
       mehrerer Bundesländer erhalten. Bisher hat es keine Beanstandungen gegeben.
       Die mit der Aktenverwaltung betrauten Mitarbeiter sind Profis. Die wissen,
       was sie tun.
       
       Der grüne Abgeordnete Benedikt Lux hat Ihnen auf Twitter vorgeworfen, dass
       Sie persönlich Akten eigenmächtig auseinandergerissen haben sollen.
       
       Diese Vorwürfe sind erhoben worden wider besseres Wissen, eine absolute
       Frechheit. Weder ich noch ein anderer Abgeordneter haben die Originalakten
       je in den Händen gehalten. Wir arbeiten mit Kopien. Wer die Integrität des
       Parlaments in dieser unredlichen Weise angreift, wird mit Konsequenzen
       rechnen müssen.
       
       Als Vorsitzender des Untersuchungsausschusses tragen Sie trotzdem die
       Verantwortung darüber, was mit den Akten passiert. 
       
       Selbstverständlich trage ich Verantwortung. Aus diesem Grund habe ich auch
       sofort eine umfassende Prüfung angeordnet. Sie hat nach bisherigem
       Kenntnisstand ergeben, dass keine Akten fehlen – und ich sie nicht
       verändert habe. Nur das Ausschussbüro hat die Akten bearbeitet. Aus
       heutiger Sicht stellt es sich so dar, dass es aufgrund des Zustands der
       angelieferten Akten notwendig war, diese zu ordnen. Es kam dennoch zu
       keinem Zeitpunkt zu einer Veränderung des Inhalts.
       
       3 Apr 2018
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Katharina Meyer zu Eppendorf
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt
 (DIR) Anis Amri
 (DIR) Burkard Dregger
 (DIR) Untersuchungsausschuss
 (DIR) Anis Amri
 (DIR) Polizei Berlin
 (DIR) Amri-Akten
 (DIR) Anis Amri
 (DIR) Schwerpunkt Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt
 (DIR) Polizei Berlin
 (DIR) Anis Amri
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Amri-Untersuchungsausschuss Berlin: „Die Aktenberge sind riesig“
       
       In der heutigen Sitzung des Untersuchungsausschusses wird es auch um die
       jüngsten Akten-Skandale gehen, sagt Benedikt Lux (Grüne).
       
 (DIR) Die Akte Anis Amri: Vertuschung ja, Strafvereitelung nein
       
       Polizisten haben nach dem Berliner Terroranschlag die Akte über den
       Attentäter verändert. Die Staatsanwaltschaft erhebt keine Anklage.
       
 (DIR) Berliner Wochenkommentar I: Ein Aktendrama in fünf Akten
       
       Der Vorgang schlägt hohe Wellen: Die Unterlagen für den
       Amri-Untersuchungsausschuss werden verwuschelt.
       
 (DIR) Berliner Aktengeschluder: Nächster Akt im Akten-Gate
       
       Im Streit um die Amri-Akten fordert die Berliner CDU nun, den
       Pressesprecher der Justizverwaltung zu entlassen.
       
 (DIR) Amri-Untersuchungsausschuss in Berlin: Die Akte Burkard Dregger
       
       Der CDU-Vorsitzende des Ausschusses soll Ermittlungsakten
       durcheinandergebracht und neu geordnet haben, sagt die Justizverwaltung.
       
 (DIR) Polizei Berlin: Koppers im Fokus
       
       In der Affäre um schadstoffbelastete Schießstände der Berliner Polizei
       könnte doch noch ein Untersuchungsausschuss eingesetzt werden.
       
 (DIR) Amri Untersuchungsausschuss in Berlin: Fehlersuche geht weiter
       
       Im Amri-Untersuchungsausschuss vermag sich Ex-CDU- Staatssekretär nicht zu
       erinnern. Sonderermittler Bruno Jost benennt die Schwachstellen deutlich.