# taz.de -- Lafontaine, die Linke und Flüchtlinge: Warnung vor dem „Rechtskurs“
       
       > Prominente Linke widersprechen Lafontaines Kritik an der
       > Flüchtlingspolitik. Der Kampf für Gerechtigkeit dürfe nicht gegen Arme
       > geführt werden, sagt Gregor Gysi.
       
 (IMG) Bild: Das wäre „nicht mehr meine Partei“: Gregor Gysi widerspricht Lafontaine
       
       Berlin dpa | Wenige Tage nach der Bundestagswahl ist bei den Linken Streit
       über den künftigen Kurs vor allem in der Flüchtlingspolitik ausgebrochen.
       Parteichefin Katja Kipping wies Kritik des früheren Vorsitzenden Oskar
       Lafontaine zurück. „Wer in der Flüchtlingsfrage auf Rechtskurs geht,
       riskiert die Glaubwürdigkeit der Linken“, sagte Kipping
       
       Lafontaine, der Mann von Linken-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht, hatte
       auf Facebook das Abschneiden der Linken bei Arbeitslosen und Arbeitern bei
       der Bundestagswahl [1][als enttäuschend bewertet]. Ein Schlüssel sei die
       „verfehlte“ Flüchtlingspolitik der Linken sowie der anderen bisher im
       Bundestag vertretenen Parteien. „Eine linke Partei darf bei der Hilfe für
       Menschen in Not das Prinzip der sozialen Gerechtigkeit nicht außer Kraft
       setzen“, so Lafontaine.
       
       Nach Lafontaines Wortmeldung mahnte Kipping: „Es wäre verheerend, wenn die
       Linke in der Flüchtlingspolitik versuchen würde, die CSU des Ostens zu
       werden.“ Die Parteichefin betonte: „Wir verteidigen das Recht auf Asyl,
       brauchen einen nachhaltigen Kampf gegen die Fluchtursachen und wollen eine
       soziale Offensive, die allen zugutekommt, Einheimischen wie Geflüchteten.“
       
       In einem [2][Gastbeitrag für das Neue Deutschland] antwortete auch Gregor
       Gysi, der frühere Partei-und Fraktionschef der Linksparte: “wenn man mehr
       soziale Gerechtigkeit will, darf man nicht gegen andere Arme, sondern muss
       man gegen ungerechtfertigten Reichtum kämpfen.“ Ein Kurswechsel würde „auch
       unser Ende als linke Partei“ bedeuten, so Gysi. „Beschlösse eine Mehrheit
       der Partei, was ich mir nicht vorstellen will und kann, eine solche
       Änderung ihrer Politik in der Flüchtlingsfrage, wäre es auf jeden Fall
       nicht mehr meine.“
       
       Mit Spannung wird nun erwartet, wie sich die Linke personell neu aufstellt.
       Erwartet wird, dass Wagenknecht und Co-Fraktionschef Dietmar Bartsch bei
       einer Fraktionsklausur am 17. und 18. Oktober in Potsdam erneut an die
       Spitze der Abgeordneten gewählt werden. Ein Vorschlag für die
       Spitzenfunktionen kommt von der Parteispitze.
       
       Zuletzt hatten Gerüchte die Runde gemacht, Kipping wolle selbst an die
       Fraktionsspitze. Die Parteichefin wies dies aber bereits zurück. Die Linke
       hatte bei der Wahl ihr Ergebnis um 0,6 Punkte auf 9,2 Prozent verbessert,
       nimmt als einstige Oppositionsführerin nun aber hinter SPD und AfD den
       dritten Platz in der Opposition ein.
       
       28 Sep 2017
       
       ## LINKS
       
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