# taz.de -- Online-Durchsuchungen: Schäuble bleibt bei Schnüffel-Plan
> Der Innenminister sei bereit, von den umstrittenen Online-Durchsuchungen
> abzusehen, behauptete Justizministerin Zypries - prompt reagierte
> Schäuble.
(IMG) Bild: Ausspähen oder nicht - das ist die Frage
BERLIN taz/AP Im Streit über heimliche Online-Durchsuchungen sind die
Fronten zwischen Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) und Innenminister
Wolfgang Schäuble (CDU) verhärtet. Schäubles Sprecherin Gabriele Hermani
stellte am Freitag in Berlin klar, dass es "kein BKA-Gesetz ohne
Online-Durchsuchung geben" werde. Zypries hatte zuvor in einem Interview
den Eindruck vermittelt, eine Einigung sei möglich.
"Der Innenminister scheint inzwischen von seiner Forderung abzurücken, dass
der Gesetzentwurf zu den neuen Zuständigkeiten des Bundeskriminalamts die
heimlichen Online-Durchsuchungen enthalten muss", sagte Zypries der
"Berliner Zeitung". Die SPD-Politikerin erklärte weiter, es scheine sich
abzuzeichnen, dass Schäuble das BKA-Gesetz ohne den strittigen Punkt den
Ländern zur Abstimmung vorlegen werde. "Das ist vernünftig und entspricht
der Position der SPD." Die Online-Durchsuchungen könnten dann in Ruhe
parallel beraten werden. Zudem könne berücksichtigt werden, wie das
Bundesverfassungsgericht die Klage gegen die Online-Durchsuchungen bewerte.
Hermani hingegen betonte: "Wir sind in der Ressortabstimmung mit dem
BKA-Gesetz - und mit der Online-Durchsuchung". Damit dürfte der seit Wochen
andauernde Streit zwischen den Ministerien weitergehen.
Zypries begründete die Vorbehalte der SPD gegen die Pläne Schäubles damit,
dass Online-Durchsuchungen ein extremer Eingriff in die Privatsphäre seien.
"Bevor dieses Ermittlungsinstrument eingeführt wird, müssen die technischen
Möglichkeiten, deren Folgen und die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen
geklärt werden", sagte die Ministerin.
Es müsse auch geprüft werden, wie Dritte geschützt werden könnten, sagte
Zypries. "Was geschieht beispielsweise, wenn das Bundeskriminalamt einen
Trojaner in einem Computer platziert, der mit einem Krankenhaus verbunden
ist? Kann die Polizei dann sämtliche Krankenakten einsehen? Ich glaube
nicht, dass diese Fragen schon genau durchdacht sind."
27 Jul 2007
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt Überwachung
(DIR) Schwerpunkt Überwachung
(DIR) Schwerpunkt Überwachung
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Online-Durchsuchungen: SPD verhindert staatliches Hacking
Sozialdemokraten lehnen Beschluss zu heimlichen Online-Untersuchungen ab -
zumindest bis 2008. Denn zuerst müsse das Verfassungsgericht entscheiden.
(DIR) Online-Durchsuchung: Spionagekrieg in der Koalition
Bundesinnenminister Wolfgang Schäubel streitet mit Justizministerin Zypries
über die Online-Durchsuchung. Die SPD wartet derweil auf das Urteil des
Verfassungsgerichts.
(DIR) Kommentar: Zypries Pseudo-Streit
Die SPD scheut sich, klar nein zur Online-Durchsuchung zu sagen - darum
streitet Zypries so erbittert über Verfahrensfragen.
(DIR) Online-Durchsuchung: Spionagekrieg in der Koalition
Bundesinnenminister Wolfgang Schäubel streitet mit Justizministerin Zypries
über die Online-Durchsuchung. Die SPD wartet derweil auf das Urteil des
Verfassungsgerichts.
(DIR) Online-Politik: Computerfreak als Lobbyist
Aus Ärger über geplante Onlinedurchsuchungen begann ein IT-Spezialist
Politikern sein Wissen anzubieten. Er rät Computerspezialisten, aktiv zu
werden.
(DIR) Innere Sicherheit: Schäubles "Stakkato"
Ins Gespräch bringen kann der Bundesinnenminister viel. Die taz zeigt,
welches Gesetz sicher kommt, welches unsicher ist und mit welchem Schäuble
sicher nichts zu tun hat
(DIR) BKA-Reform: Online oder nichts
Innenminister Schäuble pokert hoch. Damit Polizisten heimlich auf
Festplatten stöbern können, riskiert er eine Hängepartie bei der
BKA-Reform.