# taz.de -- Innere Sicherheit: Schäubles "Stakkato"
> Ins Gespräch bringen kann der Bundesinnenminister viel. Die taz zeigt,
> welches Gesetz sicher kommt, welches unsicher ist und mit welchem
> Schäuble sicher nichts zu tun hat
(IMG) Bild: Kommt er schon mit dem nächsten Vorschlag um die Ecke?
Das kommt sicher
BKA-Reform
Das Bundeskriminalamt wird Befugnisse für die Gefahrenabwehr gegen den
internationalen Terrorismus erhalten. Das Grundgesetz ist bereits geändert.
Jetzt will die Koalition das BKA-Gesetz entsprechend ergänzen. Streit gibt
es dabei nur noch um die Online-Durchsuchung.
Das ist noch unsicher
Online-Durchsuchung. Schäuble will, dass das BKA, die übrige Polizei und
auch der Verfassungsschutz heimlich Computerfestplatten durchforsten
können. Die SPD zögert noch und verlangt mehr Zeit für die Diskussion.
Bundeswehreinsätze im Innern: Schäuble will die Bundeswehr als Hilfspolizei
für den Objektschutz, aber auch militärisch gegen Terrorangriffe aus der
Luft einsetzen. Die SPD lehnt soldatischen Objektschutz im Innern ebenso ab
wie den Abschuss entführter Passagierflugzeuge. Für den Abschuss von
Flugzeugen ohne Passagiere würde die SPD das Grundgesetz jedoch ändern.
Schäubles vage Ideen
Tötung von Terroristen. In einem Interview mit dem Spiegel forderte
Schäuble vorige Woche eine Klärung der rechtlichen Grundlagen für die
Beteiligung von deutschen Sicherheitskräften an gezielten Tötungen von
Terroristen. Inzwischen sagt er, dass er sich nur an der Diskussion
beteiligen wollte, ob Terroristen in Afghanistan als Kombattanten zu
betrachten seien und deshalb wie feindliche Soldaten erschossen werden
dürften.
Internierung von "Gefährdern". Im selben Interview warf Schäuble die Frage
auf, ob man islamistische "Gefährder", als Personen, die des Terrorismus
verdächtigt werden und die nicht abgeschoben werden können, internieren
solle. Hierfür deutete er verschiedene Möglichkeiten an, ohne sich
festzulegen.
Das ist bereits Recht
Handy- und Internetverbot für Gefährder. Von dieser Idee sprach Schäuble
ebenfalls in dem Spiegel-Interview. Nur die taz merkte damals, dass diese
Möglichkeit bereits in § 54 a des Aufenthaltsgesetzes vorgesehen ist. Am
Wochenende stellte Schäuble klar, dass er nichts weiter als die Anwendung
dieses Paragrafen anmahnen wollte.
Passdatennutzung. Einen erleichterten polizeilichen Zugriff auf Passfotos
beschloss der Bundestag im Mai. Anders als von Schäuble vorgeschlagen,
werden die Fingerabdrücke der Bürger nur auf dem neuen biometrischen Pass,
aber nicht bei den Behörden gespeichert.
Antiterrordatei. Bereits im Dezember beschloss der Bundestag die
Einrichtung einer gemeinsamen Datei von Polizei und Geheimdiensten, die den
Datenaustausch über Terroristen, Gefährder und Extremisten erleichtert.
Dafür ist Schäuble sicher nicht zuständig
Mautdaten. Die Verwendung der Mautdaten für die Strafverfolgung ist derzeit
gesetzlich verboten. Für das geplante Änderungsgesetz ist Verkehrsminister
Wolfgang Tiefensee zuständig.
Kronzeugenregelung. Ein Gesetzentwurf von Justizministerin Brigitte Zypries
wurde vom Bundeskabinett im Mai auf den Weg gebracht.
Antiterrorstrafrecht. Neben terroristischen Vereinigungen sollen auch
Einzeltäter bereits im Vorfeld von Anschlägen bestraft werden. Auch hierfür
ist Ministerin Zypries zuständig, Schäuble hat aber einen eigenen
Arbeitsentwurf vorgelegt.
Vorratsdatenspeicherung von Verbindungsdaten. Diese Daten ("wer mit wem wie
lange") müssen demnächst ein halbes Jahr gespeichert werden, damit die
Polizei im Verdachtsfall zugreifen kann. Hier gilt es, eine EU-Richtlinie
zu befolgen, an deren Erarbeitung Zypries beteiligt war.
17 Jul 2007
## AUTOREN
(DIR) Christian Rath
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt Überwachung
(DIR) Schwerpunkt Überwachung
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