# taz.de -- Toter Wal vor Dänemark: Ein Kadaver namens Timmy
> Ein deutsches Drama geht zu Ende: Bei dem vor der dänischen Insel Anholt
> angeschwemmten Wal-Kadaver handelt es sich um den todessehnsüchtigen
> Buckelwal von Poel.
(IMG) Bild: Liebling der Nation: Timmy vor Anholt (nicht mehr ganz taufrisch)
dpa/taz | Bei dem toten Wal vor der dänischen Insel Anholt handelt es sich
nach Angaben der Behörden um den als „Timmy“ bekannten und zuvor in der
Ostsee vor der Küste von Mecklenburg-Vorpommern gestrandeten Buckelwal. An
dem Tier wurde ein zuvor angebrachter Tracker gefunden, teilten das
Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern und die dänische Umweltbehörde
am Samstag mit.
Zuvor hatten sich Taucher der dänischen Naturschutzbehörde und eine
deutsche Tierärztin am Samstag – nach ersten Begutachtungen am Freitag –
ein Bild von dem Kadaver gemacht, wie auf Livestreambildern des Wals zu
erkennen war.
Die eigentlich auf Pferde spezialisierte Tierärztin Anne Herrschaft gehört
[1][zu der umstrittenen privaten Initiative], die den vor der Insel Poel
gestrandeten Wal per Lastkahn Richtung Nordsee transportiert und dann
Anfang Mai „freigesetzt“ hatte – eine Aktion, von der viele Experten zuvor
abgeraten hatten. Auch weil es hieß, dass „Timmy“ für die komplette Aktion
viel zu geschwächt sei und unter Umständen unmittelbar nach der
„Freisetzung“ absaufen könnte.
Der Walforscher Peter Teglberg Madsen von der Universität Aarhus sprach nun
auch erneut von Tierquälerei. „Der wurde ja in die Nordsee geschubst, krank
und geschwächt, und dann ist er vermutlich nach Anholt getrieben“, sagte
Teglberg Madsen im dänischen Fernsehen. Man hätte den Wal in Frieden lassen
sollen, „statt ihn zwei Tage lang bis zur Nordsee zu schleppen“, wo er
vermutlich ertrunken sei.
## Möwen picken am Kadaver herum
Nach dänischen Schätzungen ist [2][der vor Dänemark aufgetauchte Wal]
bereits seit einiger Zeit tot. Laut der dänischen Umweltbehörde
Miljøstyrelsen sollen die Gewebeproben in Dänemark analysiert werden. Ob
ein Gewebestück des Wals auch nach Deutschland geschickt wird – wo das
Stranden von „Timmy“ wochenlang für derart viel Aufregung sorgte, dass böse
Zungen schon von einer [3][nationalen Psychose] sprachen –, ist bislang
offen.
Es gebe momentan auch gar keine Pläne, den Wal-Kadaver zu entfernen, hieß
es zusätzlich von den dänischen Behörden. Da er weit vom Strand entfernt
liege, störe er niemanden. Zahlreiche Möwen tummelten sich seit der
Strandung am Donnerstag um das Tier und pickten an dem Kadaver herum.
Die Umweltbehörde forderte die Menschen auf der Insel dazu auf, sich von
dem Wal-Kadaver fernzuhalten, schrieb die Zeitung Ekstra Bladet. Eventuelle
Krankheitserreger könnten demnach von dem toten Tier auf Menschen
übertragen werden. Außerdem bestehe die Gefahr, dass der Wal aufgrund von
Fäulnisgasen explodiere. Das wäre dann wenigstens ein Abgang mit Wumms.
16 May 2026
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