# taz.de -- Streit um EU-Sanktionen: Zum Preis von zwei russischen Oligarchen
       
       > Kurz vor knapp findet die EU eine Möglichkeit, ihre Russland-Sanktionen
       > doch zu verlängern. Die Enthaltung eines Landes machte es möglich.
       
 (IMG) Bild: Die Frist für die Verlängerung der EU-Sanktionen wäre um Mitternacht ausgelaufen
       
       afp | Wenige Stunden vor Auslaufen einer Frist für die Verlängerung der
       EU-Sanktionen gegen Moskau haben die Mitgliedstaaten sich darauf geeinigt,
       die Maßnahmen gegen zwei russische Oligarchen aufzuheben. Gleichzeitig
       wurden die EU-Sanktionen gegen rund 3000 Menschen und Organisationen um 36
       Monate verlängert, wie am Dienstag aus Diplomatenkreisen verlautete. Bisher
       war eine Verlängerung um jeweils sechs Monate üblich.
       
       Nach Diplomatenangaben stimmte [1][Lettland] in dem Streit zu, sich zu
       enthalten, um die Einigung nicht weiter zu blockieren. Die Frist für die
       Verlängerung der Sanktionen wäre um Mitternacht ausgelaufen. Der
       Baltenstaat hatte die nun beschlossene Aufhebung der Sanktionen gegen die
       russischen Milliardäre Alischer Usmanow und Michail Fridman zuvor
       kategorisch abgelehnt.
       
       Die EU hatte die Frist für die [2][Verlängerung der Sanktionen] bereits in
       der vergangenen Woche wegen des Streits um die Aufhebung der Sanktionen
       gegen Usmanow und Fridman auf Mitternacht in der Nacht zum Mittwoch
       verschoben.
       
       [3][Frankreich hatte auf die Aufhebung der Sanktionen gegen Usmanow
       gedrängt]. Paris begründet seine Forderung mit Angelegenheiten „nationaler
       Sicherheit“, ohne öffentlich Details zu nennen. Ein hochrangiger Diplomat
       in Brüssel sagte der Nachrichtenagentur AFP, Paris habe seine Forderung mit
       einem möglichen Abkommen über in Aserbaidschan festgehaltene französische
       Staatsbürger in Zusammenhang gebracht.
       
       Diplomatenkreisen zufolge forderte Luxemburg die Streichung Fridman von der
       Sanktionsliste für den Fall, dass die EU einer Streichung Usmanows
       zustimme. Fridman hat Luxemburg wegen des Einfrierens seiner dortigen
       Vermögenswerte in Höhe von rund 16 Milliarden Euro verklagt.
       
       Die nach dem russischen Überfall auf die Ukraine vor mehr als viereinhalb
       Jahren verhängten Sanktionen müssen einstimmig von den EU-Ländern
       verlängert werden. Die Sanktionen umfassen das Einfrieren der Vermögen
       sowie ein Einreise- und Geschäftsverbote.
       
       22 Sep 2026
       
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