# taz.de -- Olympische Spiele 2036, 2040 oder 2044: Jetzt soll endlich was auf den Tisch
> Der schwarz-rote Senat will das Konzept für die Berliner Olympiabewerbung
> vorstellen. Grüne sagen schon vorher: Investition in Protz und Prunk.
(IMG) Bild: So waren die olympischen Ringe zu Jahresbeginn in Mailand bei der Eröffnungsfeier der Winterspiele zu sehen
Berlin liege angeblich gut im Rennen mit seiner Bewerbung um Olympische
Spiele, [1][hat der taz erst vergangene Woche Kaweh Niroomand gesagt], der
Olympiabeauftragte des Landes. Dabei lag da noch gar nicht das Konzept
dafür vor: Das will der schwarz-rote Senat – genauer Regierungschef Kai
Wegner (CDU) – am Dienstagmittag nach der Sitzung der Landesregierung
vorstellen.
Noch bevor das passiert und die Inhalte des Konzepts offiziell öffentlich
sind, gibt es Kritik durch die Grünen-Fraktion. Deren sportpolitische
Sprecherin Klara Schedlich wirft der Landesregierung vor, sie wolle „in
Protz und Prunk investieren“, statt Gelder in die Sanierung von Schulen,
Sportvereinen und Schwimmbädern zu stecken.
Der Olympiabeauftragte Niroomand hat hingegen im taz-Interview versichert,
dass die Vorbereitung Olympischer Spiele genau für solche Sanierungen
maroder Anlagen sorgen würde. „Wenn wir Olympia nicht machen, wird da viel
weniger passieren“, sagte er mit Blick auf die Haushaltsmisere des Landes.
Er rechnete vor, dass Berlin sich nur zu einem Drittel an Investitionen in
die Infrastruktur beteiligen müsste und dass das „definitiv“ weniger als
eine Milliarde Euro ausmachen soll.
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will am 26. September festlegen,
welche deutsche Stadt oder Region sich für die Olympischen Sommerspiele
2036, 2040 oder 2044 bewerben soll. Nach taz-Informationen hat der DOSB den
Entscheidungstermin bewusst hinter die Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20.
September gelegt, um sich an deren Ausgang orientieren zu können. Nach
jetziger Umfragelage könnte am Wahlabend eine von der Linkspartei
angeführte neue Koalition absehbar sein. Die Linkspartei aber unterstützt
die Olympia-Gegenbewegung NOlympia, [2][die mit einem Volksbegehren Spiele
in Berlin verhindern will].
## Damoklesschwert über Votum pro Berlin
In den anderen Bewerberstädten München und Hamburg sowie in der
Bewerberregion Rhein-Ruhr sind anders als in Berlin [3][kurzfristig
ansetzbare Bürger- und Volksentscheide] möglich. Bis auf Hamburg, wo der
Entscheid am 31. Mai ansteht, hat sich die jeweilige Einwohnerschaft
durchweg hinter eine Bewerbung gestellt. [4][In Berlin sieht die
Landesverfassung] nur einen mindestens zwei Jahre dauernden Weg über ein
dreistufiges Verfahren mit einem Volksentscheid am Ende vor. Der ist vor
dem DOSB-Entscheid am 26. September nicht mehr möglich. Über einem Votum
pro Berlin hinge also das Damoklesschwert eines nachträglichen Nein der
Bevölkerung.
Dieses Szenario sah der Olympia-Beauftragte Niroomand nicht. Er verwies auf
[5][die Schwierigkeiten der laufenden Volksbegehren] „Berlin autofrei“ und
„Berlin werbefrei“, genug Unterstützer für einen Entscheid
zusammenzubekommen. „Das erkläre ich auch den Leuten beim DOSB so“, sagte
Niroomand, „und dann merken die, dass das Risiko wirklich sehr gering ist,
die Bewerbung nachher wieder absagen zu müssen.“
5 May 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Berlins-Olympia-Bewerbung/!6175066
(DIR) [2] https://dielinke.berlin/presse/detail/news/die-linke-unterstuetzt-nolympia-volksbegehren-kieze-sanieren-statt-milliarden-fuer-ioc-party/
(DIR) [3] /Direkte-Demokratie-in-Berlin/!6130721
(DIR) [4] https://www.berlin.de/rbmskzl/politik/senat/verfassung/artikel.41525.php
(DIR) [5] /Volksbegehren-in-Berlin/!6168952
## AUTOREN
(DIR) Stefan Alberti
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