# taz.de -- Volksabstimmung gegen Oympia-Bewerbung: Hamburg versenkt Olympia
       
       > Ein klare Mehrheit der Hamburger:innen stimmt gegen eine
       > Olympiabewerbung der Hansestadt. Das Votum ist ein Debakel für den Senat.
       
 (IMG) Bild: Keine Chance: Hamburgs erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD)
       
       dpa/taz | Hamburg scheidet nach dem Bürgerwillen aus dem Rennen um die
       deutsche Kandidatur für die Olympischen und Paralympischen Spiele aus, noch
       bevor es richtig angefangen hat. Die Initiatoren einer Bewerbung
       scheiterten wie 2015 mit ihrem Referendum.
       
       Nach [1][Auszählung von fast allen Wahlkreisen] stimmten 54,9 Prozent der
       Hamburger:innen mit Nein. Nur 45,1 Prozent votierten für den Plan, das
       globale Sportfest 2036, 2040 oder 2044 an Alster und Elbe zu holen. Laut
       Landeswahlleiter Oliver Rudolf waren 652.193 Stimmen abgegeben worden. Die
       Wahlbeteiligung lag bei 49,5 Prozent. Rund 1,3 Millionen Menschen ab 16
       Jahren waren stimmberechtigt.
       
       Der rot-grüne Senat mit dem Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD)
       an der Spitze erlebte damit ein Debakel wie der Senat vor elf Jahren.
       Damals hatten die Bürgerinnen und Bürger schon einmal gegen eine Bewerbung
       Hamburgs für die Spiele 2024 entschieden. Damals stimmten 51,6 Prozent
       dagegen, nur 48,4 Prozent dafür. Die Wahlbeteiligung war mit 50,2 Prozent
       sogar noch höher als diesmal.
       
       Nach dem Votum kann die Stadt nicht mehr in den nationalen Wettstreit mit
       München, der Rhein-Ruhr-Region mit Köln als Zentrum und Berlin eintreten.
       Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheidet am 26. September, mit
       welchem Kandidaten er ins internationale Bewerbungsverfahren geht.
       
       ## München und Rhein-Ruhr-Region mit positiven Voten
       
       Der DOSB bewertet alle Kandidaten mit Hilfe einer Matrix, in der auch die
       Bürgerbefragungen berücksichtigt werden. Der DOSB-Vorstandsvorsitzende Otto
       Fricke hatte zuletzt ausdrücklich ein positives Votum in Hamburg erhofft,
       dieser Wunsch blieb unerfüllt.
       
       Nach dem Ausscheiden Hamburgs hat der DOSB nur noch drei Bewerber zur
       Auswahl. In München und der Rhein-Ruhr-Region hatten sich jeweils etwa 66
       Prozent für die jeweilige Bewerbung ausgesprochen. Berlin verzichtet aus
       verfassungsrechtlichen Gründen auf ein Referendum. Stattdessen beschloss
       das Abgeordnetenhaus am 21. Mai mehrheitlich, sich um Olympia zu bewerben.
       
       Bei dem Bürgerentscheid von Hamburgs vorgesehenem Partner Kiel am 19. April
       hatten 63,5 Prozent dafür gestimmt, dass sich die Stadt für künftige Spiele
       in Deutschland als Segelstandort empfiehlt. Kiel muss nun hoffen, auch bei
       den anderen Bewerbern zum Zuge zu kommen.
       
       31 May 2026
       
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