# taz.de -- Senat beschließt Konzept: Olympia goes Tempelhofer Feld
> Nach den Vorstellungen der Landesregierung würden die Olympischen Spiele
> auf dem Ex-Flughafengelände eröffnet. In der Waldbühne gäbe es Boxen.
(IMG) Bild: Tempelhofer Feld mit Pyramide: die Berliner Olympiabewerbung
Lange hat sich der Berliner Senat vorwerfen lassen müssen, er habe gar
keinen genauen Plan für die von ihm betriebene Olympiabewerbung. Das ist
seit Dienstag anders. Da hat die schwarz-rote Landesregierung ein konkretes
Konzept beschlossen und vorgestellt, [1][das sämtliche Sportstätten
aufführt] – und davon ausgeht, dass die Zugfahrt von den Segelwettbewerben
vor Rostock-Warnemünde nach Berlin nur 80 Minuten dauert, [2][halb so lang
wie heute im besten Fall].
Das sei „eine enorme Chance für ganz Ostdeutschland“, sagte in der
Pressekonferenz Regierungschef Kai Wegner (CDU). Von einer Chance spricht
er, von einem Versprechen, dass alle Berlinerinnen und Berlin etwas davon
hätten, wenn die Spiele 2036, 2040 oder 2044 in die Stadt kämen. „Diese
Spiele werden Investitionen ermöglichen, die ohne die Spiele nicht möglich
wären“, sagt er – und sieht in der halbierten Zugfahrtzeit von und nach
Rostock ein Beispiel genau dafür.
Da soll es quasi nur Beiwerk sein, dass dank einer zügigeren Verbindung die
tagsüber an der Ostsee siegreichen Segler abends am Brandenburger Tor
Bronze, Silber und Gold umgehängt bekommen können – so wie alle
Medaillengewinner der Spiele. Der Paris Platz auf der Ostseite des Tores
soll zur „Medal Plaza“ werden und generell zum zentralen Treffpunkt der
Großveranstaltung. Geplant ist auch eine zeitweilige Brücke über das Tor
nördlich der Quadriga. Was der Denkmalschutz zu der Idee sagt, blieb am
Dienstag allerdings offen.
Zuständig für diese Art von Rahmenprogramm ist die Kulturprojekte Berlin
GmbH, die schon bei der Fußball-Europameisterschaft 2024 am Brandenburger
Tor [3][ein 23 Meter hohes Fußballtor errichten ließ]. Ihr Chef Moritz van
Dülmen will Berlin mit vielfach in der Stadt auftauchenden Ringen in den
olympischen Farben einstimmen, etwa an den „Molecule Men“ an der
Elsenbrücke.
## Nur eine ganz neu zu bauende Sportstätte
Mit einem Dach, aber ohne Seitenwände soll das Sommerbad am Olympiastadion
für die Schwimmwettbewerbe tauglich werden. Laut Senat gibt es nur eine
Wettkampfstätte, die komplett neu wäre: die von Basketball-Bundesligist
Alba geplante Halle in Adlershof mit 15.000 Plätzen, die zur Saison 2031/32
fertig sein soll. Wegner ließ die nonchalant außen vor, als er sagte: „Wir
könnten quasi morgen die Spiele ausrichten.“
Was dann neben der Halle auch noch fehlen würde: das Olympische Dorf, die
Sportlerunterkunft. Das soll auf einem Bahngelände zwischen den S-Bahnhöfen
Grunewald und Westkreuz entstehen, kaum drei Kilometer Luftlinie vom
Olympiastadion entfernt. Es soll nach den Spielen als „Stadteingang West“
[4][nach kurzem Umbau rund 5.000 Berliner mit Wohnungen versorgen].
Einbeziehen wollen die Planer auch den Ex-Flughafen Tempelhof. Davor soll
es „3x3“-Basketball geben, in den Hangars mit ihren hohen Decken wären die
Kletterwettbewerbe zu sehen. Das Tempelhofer Feld selbst würde zum
Schauplatz der Eröffnungsveranstaltung. Das wäre für Kultur-Chef van Dülmen
mit Blick auf die Nazi-Spiele von 1936 ein passenderer Ort als das damals
dafür genutzte Olympiastadion. Auch auf dem Feld kann er sich spielerische
Elemente vorstellen, etwa einen goldgelben, oben abgeflachten Kegel mit
Sitzplätzen.
Pläne für eine Randbebauung des Tempelhofer Felds seien dadurch aber „nicht
vom Tisch“, sagte Regierungschef Wegner auf Nachfrage. In der sonst für
Konzerte genutzten Waldbühne sind Boxen und Taekwondo geplant – dort
erlebte schon der erste deutsche Schwergewichtsboxweltmeister Max Schmeling
1948 seinen letzten Kampf.
## Nun ist das Abgeordnetenhaus dran
Binnen vier Wochen muss nach dem Senat auch das Abgeordnetenhaus dem
Konzept zustimmen, wenn das Projekt eine Chance haben soll: Denn bis zum 4.
Juni sind die fertigen Konzepte beim Deutschen Olympischen Sportbund
einzureichen. Dessen Mitglieder haben dann noch gut dreieinhalb Monate
Zeit, sich damit zu befassen: Am 26. September – sechs Tage nach der
Abgeordnetenhauswahl – sollen sie entscheiden, wer für Deutschland ins
Olympiarennen geht: Berlin, München, Hamburg oder die Rhein-Ruhr-Region.
5 May 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1667778.php
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