# taz.de -- Neuer Rekord bei Solarstromerzeugung: Drohendes Ende einer Erfolgsgeschichte
       
       > Bereits jetzt wurde so viel Solarstrom produziert wie im gesamten Jahr
       > 2025. Doch die Branche fürchtet, dass die Energiewende ins Stocken gerät.
       
 (IMG) Bild: Erfolgsmodel Solarenegie könnte bald durch das neue EEG-Gesetz gestoppt werden. Solarmodule auf einem Feld werden gereinigt
       
       Es ist eine echte Erfolgsgeschichte, doch sie könnte schon bald vorbei
       sein: Die heimischen Photovoltaikanlagen [1][haben in den ersten neun
       Monaten 2026] schon so viel Strom produziert wie im ganzen vorherigen Jahr.
       Nun zahlt sich aus, dass die Ampelregierung den Ausbau der Erneurbaren so
       stark angeschoben und viele Hindernisse für den Bau von Anlagen aus dem Weg
       geräumt hat.
       
       Angesichts der hohen Preise für Öl und Gas ist das nicht nur fürs Klima ein
       Gewinn. Und: Jede Kilowattstunde Strom aus erneuerbaren Quellen macht die
       Bundesrepublik und Europa ein bisschen [2][unabhängiger von Lieferungen aus
       Krisenregionen] oder aus den USA unter Präsident Donald Trump.
       
       Doch statt der eingeschlagenen Richtung zu folgen und einen weiteren Ausbau
       der klimafreundlichen Stromerzeugung zu forcieren, will die Bundesregierung
       die Erneuerbaren und insbesondere die Solarenergie zurückdrängen.
       
       Der Bundestag stellt in diesen Wochen die Weichen für die Energieversorgung
       der kommenden Jahre, ja möglicherweise Jahrzehnte. Er verhandelt über die
       von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vorgelegten Entwürfe
       [3][für ein neues Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)] und das sogenannte
       Netzpaket zum Ausbau des Stromnetzes. Beide Novellen enthalten eine ganze
       Reihe von Hindernissen und bürokratischen Vorgaben, die den Bau neuer
       Anlagen extrem erschweren.
       
       So sollen die Finanzierungsvoraussetzungen für Solar- und Windanlagen
       systematisch verschlechtert werden. Für Betreiber wird es so kaum
       kalkulierbar, wann sich ihre Anlage amortisiert. Es wird nicht nur unklar,
       wie viel Geld sie für den Strom bekommen, den sie ins Netz geben. Auch die
       Mengen, die sie einspeisen können, sollen begrenzt werden.
       
       Fast zwanzig Banken warnen in einem offenen Brief an Reiche, dass Projekte
       unter solchen Voraussetzungen kaum zu finanzieren sind. Doch das
       interessiert Reiche offenbar nicht. Es ist extrem beunruhigend, dass die
       Ministerin auf ihrem Feldzug gegen die Energiewende nicht mal mehr auf
       solche Stimmen hört, die bei Konservativen ansonsten immer Gehör finden.
       
       28 Sep 2026
       
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 (DIR) Anja Krüger
       
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