# taz.de -- Klimafonds: Sparmaßnahmen am Klima
> Die Bundesregierung sucht nach Einsparungen im Haushalt, etwa im
> Klimafonds. Auch Förderprogramme für Haushalte mit wenig Einkommen
> geraten in Gefahr.
(IMG) Bild: Beim Guten-Klima-Festival in Essen, August 2022: Besucher:innen fotografieren sich mit Stecky vom Stromspar-Check
Finanzielle Hilfe beim Austausch des alten, stromschluckenden Kühlschranks
gegen ein sparsames Gerät – das ist ein Angebot des Stromspar-Checks. Die
Berater:innen, unter anderem der katholischen Caritas, helfen
Privathaushalten, die über wenig Geld verfügen, ihre Energiekosten zu
drücken. Doch nun überlegt die Bundesregierung, bei solchen Programmen zu
sparen.
Der Stromspar-Check ist eines der sogenannten „Kleinstprogramme“, die die
Koalition möglicherweise „auslaufen“ lassen will. Sie heißen so, weil für
sie im Klima- und Transformationsfonds, einem Sonderetat des
Bundeshaushaltes, jeweils nur bis zu 50 Millionen Euro pro Jahr
veranschlagt sind – finanzieller Kleinkram im Vergleich zum Gesamtbudget.
[1][Die Kürzungsabsicht steht schon] im Koalitionsvertrag von Union und
SPD. Relevant wird sie jetzt, da der Klimafonds im Jahr 2027 noch eine
beträchtliche Lücke aufweist. Die Einnahmen, unter anderem durch den
Emissionshandel und den Kohlendioxidpreis, könnten sich wie dieses Jahr auf
rund 35 Milliarden Euro belaufen. Sie werden wohl nicht steigen, etwa weil
die Regierung die eigentlich geplante Erhöhung des Kohlendioxidpreises auf
Heizwärme und Benzin verschiebt. Andererseits stehen im noch unfertigen
Haushaltsplan des Bundesfinanzministeriums Ausgaben von 41 Milliarden.
Damit beträgt die Lücke mindestens 6 Milliarden Euro.
Der Stromspar-Check hat ein paar Nullen weniger: Mit 21 Millionen Euro aus
dem Klimafonds fördert ihn die Regierung 2026 – Ausgaben, die die Caritas
schwerlich alleine stemmen könnte. „Gerade Beratungsangebote zum
Energiesparen helfen vielen Menschen ganz praktisch im Alltag“, sagt Katrin
Uhlig, Abgeordnete der Grünen im Bundestag, „notwendige Einsparungen im
Bundeshaushalt dürfen nicht zulasten solcher bürgernahen Förderprogramme
gehen.“
## „Keine tragfähige Lückenschließung“
[2][Ein anderes Beispiel für potenziell gefährdete Ausgaben]: Im Klimafonds
sind dieses Jahr 50 Millionen Euro eingeplant, mit deren Hilfe sich unter
anderem Landwirte gegen „Extremwetterereignisse wie Hochwasser und
Starkregen“ wappnen können. Unterstützt wird zum Beispiel, „Feuchtbiotope,
Hecken, Feldgehölze, Uferbepflanzungen und Baumreihen“ anzulegen.
[3][In die Kategorie der sparbedrohten Kleinstprogramme] fallen auch 16
Millionen Euro für das „Förderprogramm Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen“ und
sieben Millionen Euro für „Investitionen in mobile Landstromversorgung für
See- und Binnenschiffe“. Wenn diese in den Häfen liegen, sollen sie ihre
Aggregate mit sauberem Strom und nicht mit rußigem Schweröl betreiben, um
die Anwohner:innen weniger zu beeinträchtigen.
Von den Pro- und Contra-Argumenten in jedem einzelnen Fall abgesehen: Hat
es Sinn, bei solchen Mini-Ausgaben zu sparen? „Das Gesamtvolumen aller
Kleinstprogramme unter 50 Millionen Euro liegt im niedrigen dreistelligen
Millionenbereich pro Jahr“, sagt Niklas Illenseer vom sozialdemokratisch
orientierten Dezernat Zukunft. „Selbst ein vollständiges Abschmelzen –
politisch und sachlich schwer durchsetzbar – bliebe weit unter der
erforderlichen Größenordnung.“ Die Kleinkram-Sparerei sei „primär Signal,
aber keine tragfähige Lückenschließung“.
Die Regierung selbst äußert sich momentan nicht konkret. Die Verhandlungen
seien noch im Gange, heißt es. So oder so werden die Leute von
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) aber einige Milliarden Euro an
Kürzungen auftreiben wollen – auch kleine Beträge können einen Beitrag
leisten. In den Fokus rücken aber auch größere Programme, etwa die
Förderung der Heizungssanierung in Wohngebäuden, für die augenblicklich
noch Milliarden Euro zur Verfügung stehen.
19 May 2026
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## AUTOREN
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