# taz.de -- Schon wieder ein Rücktritt: Jens Spahn gibt Sitz im Haushaltsausschuss ab
> Ex-Unions-Fraktionschef Spahn fehlte im Bundestag, ein Foto soll ihn
> stattdessen im Urlaub auf Sardinien zeigen. Auch in seiner Partei gibt es
> darüber Unmut.
(IMG) Bild: Jens Spahn ist aktuell zu lässig unterwegs, das findet sogar seine Partei nicht so gut
dpa/taz | Der frühere Unionsfraktionschef Jens Spahn zieht sich nach
Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus dem Haushaltsausschuss des
Bundestags zurück. Eine entsprechende Nachricht des CDU-Politikers an die
Unionsabgeordneten im Ausschuss, über die zuerst der „Spiegel“ berichtete,
liegt der dpa vor.
In der Nachricht schreibt Spahn: „Liebe Kolleginnen und Kollegen, nach
reiflicher Überlegung über das Wochenende werde ich auf meinen Sitz im HHA
verzichten. Alles rund um meine Person ist aktuell so politisiert, dass ein
normales Arbeiten kaum möglich sein wird. Zudem merke ich an und in mir
selber, dass mein Rücktritt im Juli noch viel zu frisch ist, um wieder voll
durchzustarten, als wäre nichts gewesen.“
In Absprache mit Fraktionschef Thorsten Frei werde er sich vorerst auf
seine Arbeit im Wahlkreis und auf seine Familie konzentrieren, schrieb
Spahn weiter. „Mit welchen inhaltlichen Schwerpunkten es für mich
weitergeht, entscheiden wir mit etwas zeitlichem Abstand“, fügte er hinzu.
Unterzeichnet ist die Nachricht mit „Euer Jens“.
## Unruhe wegen Abwesenheit im Haushaltsausschuss
Spahn reagiert mit dem Schritt auf Aufregung wegen seiner Abwesenheit an
zwei Tagen der vergangenen Sitzungswoche im Plenum. Anlass war die
Veröffentlichung eines Fotos von Spahn bei „Bild“, das ihn während der
laufenden Sitzungswoche des Bundestags mit seinem Sohn auf dem Arm auf der
italienischen Insel Sardinien zeigen soll. „Bild“ zog das Foto später
zurück. Es sei „in einem privaten Rahmen entstanden“, mit der
Veröffentlichung habe „Bild“ gegen „seine eigenen Regeln verstoßen“, hieß
es.
Spahns Abwesenheit sorgte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur
für Irritationen unter Abgeordneten von CDU und CSU. Nach Berichten von
„Stern“, „Spiegel“ und ARD kam es am Freitag zu einer Aussprache in der
Fraktions-Arbeitsgruppe Haushalt, nachdem mehrere der 14 Mitglieder den
Rauswurf Spahns aus dem Bundestagsausschuss gefordert haben sollen.
Die Fraktionsführung habe interveniert, am Ende sei eine Art
Bewährungsfrist bis Ende des Jahres vereinbart worden, berichteten die
Medien übereinstimmend. Es soll Forderungen nach einem freiwilligen Rückzug
Spahns aus dem Ausschuss gegeben haben.
Spahn war im Juli als Fraktionschef zurückgetreten, nachdem er und sein
Mann mit Hilfe einer Leihmutter Eltern geworden waren – [1][was in der
Partei massive Empörung auslöste]. Leihmutterschaft ist [2][in Deutschland
verboten]. Die Union tritt dafür ein, dass dieses [3][Verbot beibehalten
wird]. Anfang September teilte die Fraktionsführung mit, dass Spahn den
Posten im Haushaltsausschuss bekommt.
Spahn selbst erklärte die zweitägige Abwesenheit laut „Stern“ mit
„familiären Gründen“. „Eine Vertretung für die Sitzung des
Haushaltsausschusses wurde, wie es üblich ist, organisiert“, zitiert das
Medium das Umfeld Spahns.
Anfang Juli hatte sich Jens Spahn für die Verschärfung der Regeln zur
Krankschreibung [4][ausgesprochen]. Die Koalition aus Union und SPD hatte
sich damals darauf verständigt, dass ab dem ersten Krankheitstag eine
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt werden muss. Außerdem soll es
nicht mehr möglich sein, sich telefonisch krankschreiben zu lassen. „Es ist
eine Frage der Fairness gegenüber den Kolleginnen und Kollegen, die sich
manchmal vielleicht auch mit leichtem Kopfschmerz zur Arbeit bringen, dass
es einen Nachweis geben muss für eine Arbeitsunfähigkeit“, [5][sagte Spahn]
seinerzeit.
28 Sep 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Jens-Spahn-entschuldigt-sich-fuer-Umgang-mit-Leihmutterschaft/!6212321
(DIR) [2] /Debatte-um-Leihmutterschaft/!6195195
(DIR) [3] /Wochentaz-Podcast/!6198618
(DIR) [4] https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-07/krankschreibung-verschraerfung-union-spd-jens-spahn-gxe
(DIR) [5] https://www.aerzteblatt.de/news/spahn-neue-regeln-fur-krankmeldungen-frage-der-fairness-7a8a7b59-c0ef-41f8-9ad9-242e0f4c927d
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