# taz.de -- Geld für Klimaschutz in armen Ländern: Versprechen gebrochen
> Schwarz-Rot zahlt dem Globalen Süden versprochene Hilfsgelder nicht aus.
> Stattdessen verschärft Deutschland Schuldenspiralen in armen Ländern.
(IMG) Bild: Auch in Nepal werden mehr Hilfsgelder als Kredite benötigt
Merkel verspricht, Merz bricht: Deutschland hat 2025 zu wenig Geld für
Klimaschutz in armen Ländern gezahlt. Auf 6 Milliarden Euro solle die Summe
bis dahin anwachsen, hatte Angela Merkel (CDU) als Bundeskanzlerin 2021 auf
einem G7-Gipfel angekündigt. 2025 regierte mit Friedrich Merz wieder ein
CDU-Kanzler und verantwortete den Haushalt – es flossen aber nur 4,7
Milliarden Euro in [1][die internationale Klimafinanzierung].
Das Geld fehlt im Globalen Süden Kleinbäuer*innen bei der Umstellung auf
hitze- und dürreresistenten Anbau, es fehlt beim Bau von Dämmen,
Bildungsprogrammen zur Klimakrise, beim Ausbau erneuerbarer Energien. Die
Bundesregierung rühmt sich indes damit, dass sie besonders viele private
Investitionen und Kredite mobilisiert habe.
Aber: Das ist in jedem Fall ein Rückschritt. Im Jahr 2024, also unter der
Ampelregierung, hatte Deutschland 6,1 Milliarden Euro aus Haushaltsmitteln
gezahlt und so – privates Geld eingerechnet – eine Summe von 11,6
Milliarden Euro geliefert. Und: Private Investitionen und Kredite sind kein
Ersatz für öffentliches Geld. Sie sollen für Profite für die Konzerne aus
dem Norden sorgen und müssen zurückgezahlt werden. Das zwingt die
verletzlichsten Staaten in eine perfide [2][Schuldenspirale]. Sie müssen
Kredite aufnehmen, um mit einer Klimakrise umzugehen, die sie selbst kaum
verursacht haben. Deutschland schreibt so koloniale Strukturen fort.
Deutschland schwächt damit auch die eigene Verhandlungsposition auf der
[3][Weltklimakonferenz] im November im türkischen Antalya. Wie soll die
Bundesregierung das formal als Entwicklungsland firmierende China
überzeugen, sich wie die Industrieländer zur Zahlung von Klimageldern an
arme Länder verpflichten zu lassen, wenn sie eigene Versprechen bricht?
Peking fährt eh eine andere Strategie: Während Berlin knausert, baut Peking
über seine Infrastrukturprojekte den Einfluss in genau den Ländern aus, die
Deutschland beim Klimaschutz im Regen – oder tendenziell: in der Dürre,
Hitze oder Sturmflut – stehen lässt.
6 Oct 2026
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(DIR) [3] /Weltklimakonferenz/!t5018328
## AUTOREN
(DIR) Susanne Schwarz
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